Mi. 22.06. „Frühschicht“: Linke Fabrikintervention in den 1970er Jahren

Buchvorstellung mit Autor Jan Ole Arps

Vergessen? Ende der 60er Jahre gingen Protagonist_innen der APO (Außerparlamentarischen Opposition) in die Betriebe…Die Vielfalt linker »Betriebsintervention«, der Arbeiterbasisgruppen, die sich in der Stadtteil- und der sogenannten Regionsarbeit engagierten, prägten auch soziale Auseinandersetzungen in München. Zum Beispiel die Arbeitersache im Norden z.B. bei BMW, die Siemensfrauengruppe im Osten…In bundesdeutschen Fabriken gärte es, wilde Streiks standen auch hier auf der Agenda.

Das Buch geht der Faszination nach, die diese Ereignisse auf die revoltierenden Student_innen hatte. Es behandelt die K-Gruppen, die sich an Lenins Modell der Kaderpartei orientierten, ebenso wie die Spontis, deren Schlachtruf »Wir wollen alles« lautete und die die These von der Autonomie der Arbeiterkämpfe in der Fabrik erproben wollten. Es zeichnet den Weg junger Linker in die Betriebe nach und schildert, welche Erfahrungen sie dort machten. Damit handelt es vom Konflikt zwischen revolutionären Wünschen und den Mühen des Alltags, von Begeisterung und Ernüchterung über die Arbeiterklasse und von der Krise der autoritären Disziplin, die zur Krise der Großfabrik und der an ihr orientierten politischen Ansätze beitrug.

Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen der Protagonist_innen dieses Experiments, die mal nur einige Monate, manchmal ein ganzes Leben in der Fabrik geblieben sind.

Beginn: ca 20.30