Archiv für Oktober 2013

Do. 31.10. Abfukk + Kaput Krauts + Todeskommando Atomsturm + Beatpoeten

Das Karlsruher Label Twisted Chords geht auf seine jährliche Rundreise und hat einige ausgesuchte Bands im Gepäck:

Abfukk (Punk, Wegberg)
Marcel (Sniffing Glue) und The Italian Stallion mit grandiosem 80er Jahre Hardcore-Deutschpunk mit Witz, Wut und Biss. Nach einem Demo und der „Asi.arrogant.abgewrackt“-LP (2010) steht die neue
Platte in den Startlöchern und versetzt Dich in eine Zeit, als der Term „Deutschpunk“ noch nicht für überwiegend niveaulose, peinliche Scheiße stand, gewürzt mit etwas 80er Washington D.C.- Hardcore. Provokation und Aggression sind an der Tagesordnung und jeder bekommt sein Fett weg.

Kaput Krauts (Punk, Berlin)
Die Kaput Krauts pendeln zwischen Punkrock, klassischem Deutschpunk und Hardcore, zwischen Wortwitz und politischem Anspruch, zwischen Spielfreude und Emotionen. Seit 2003 ist die Band aktiv und mit „Quo vadis, Arschloch?“ (2009) und „Straße Kreuzung Hochhaus Antenne“ (2012) setzten sie Maßstäbe. Abwechslungsreicher Punk zwischen Melodie und Härte mit klasse Melodien und dem gewissen Etwas trifft auf außergewöhnliche, klischeefreie deutsche Texten, die sowohl politisch was zu sagen haben als auch eine persönliche Note gut vertragen.

Todeskommando Atomsturm (Punk, München)
2012 erschien mit „Zeit zu pöbeln“ das Debut der Münchner Punkrocker und seitdem geht es steil durch die Decke: unzählige Touren, Wochenendgigs und Festivals, eine ausverkaufte LP und jede Menge Kritikerlob: wütende, rotzige und zugleich melodisch-eingängige Punkrocksongs mit Hitpotential. Dazu die wunderbar angepisste Stimme von Sängerin Lea mit klischeefreien, unpeinlichen Texten, die ihresgleichen suchen.

Beatpoeten (Elek­tro­poe­try, Han­no­ver)
Zwei Auftritte – eine Band:
Vor dem Konzert: „Popper lesen Punk“-Lesung mit den Beatpoeten:
Ein kommentierter Vortrag zu Lyrik von Anschiss bis Schlepphoden: Von Schleimkeim über Normahl bis Boskops: Selten haben Musiker so schillernde und nachhaltige Zeilen verfasst wie die Pioniere des pöbelnden Deutschpunk, mit der sie ganze Generationen entscheidend prägten. Es geht um die essentielle Auseinandersetzung mit den Herausforderungen einer modernen Gesellschaft, die Dialektik von Kampf und Müßiggang, die Rolle des Individuums auf der adornoschen Suche nach dem richtigen Leben im falschen.
Danach:
Die Beatpoeten sind Jan Egge Sedelies und Costa Carlos Alexander. Seit 2006 vermischen sie elektronische Musik mit Lyrik.
Eine rasant aberwitzige Mischung aus Elektro, Punk, HipHop, Politik und Lyrik. Die Wurzeln der beiden liegen im Punkrock, mit den Jahren kamen die Lesebühnen und Slam Poetry-Veranstaltungen
genauso dazu wie elektronische Musik, illegale Kellerraves und jede Menge politischer Aktivismus.
Wem Egotronic schon immer zu parolenhaft waren, der wird mit den Beatpoeten seine helle Freude haben. Irgendwo zwischen den derzeit angesagten Elektro-Acts und den letzten Platten der Goldenen Zitronen, mit grandiosen deutschen Texten, die Witz, Zynismus, politischen Anspruch und Literatur zusammen bringen, ohne dabei jemals peinlich zu sein.

Exklusiv zur Tour erscheint ein auf 150 Exemplare limitierter Twisted Chords-LP-Sampler mit je zwei exklusiven Songs aller an der Tour beteiligten Bands: Amen 81, Abfukk, Todeskommando Atomsturm, Kaput Krauts und Beatpoeten. Die LPs werden ausschließlich bei den Konzerten am Twisted Chords-Stand verkauft.

20 Uhr

Mi. 30.10. Fuss­ball(Fans) zwi­schen Macht, Herr­schaft und Dis­kri­mi­nie­rung

Dieser Abend fängt dort an, wo viele Fallbeschreibungen zu Diskriminierung im Fußball aufhören. Und bleibt dabei vor allem kurzweilig.
Gerd Dembowski begreift Fußball u.a. als ein gesellschaftliches Trainingsfeld für soziale Konstruktionen und Machttechniken – als “Deep Play” (Clifford Geertz). Heterosexismus und Homophobie, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus sind einige extreme Ausformungen, wenn es um „Wir“ und „Die Anderen geht“. Dahinter stehen althergebrachte Muster von Männlichkeit, Überlegenheitsdenken und Autoritarismus.
Während sich das „Wir“ und „Die Anderen“ im Fußball nicht auflösen lässt, kommt es darauf, Fußball als Freiraum für Jugendkulturen u.a. sozial inklusiv zu füllen.
Diskriminierungen sind sozial konstruierte Techniken zur Etablierung und Modernisierung von gesellschaftlichen Machtfeldern und ihren Akteur_innen. Im Fußball erscheinen sie wie unter einem Brennglas. Im Fußball offenbaren sich Konstellationen von ‘Wir’ und ‘Die Anderen’ offensichtlich feindselig und abwertend, zumindest symbolisch. Hier wird Herrschaft eingeübt und sich ihrer rückversichert. Andererseits kann Fußball in günstigen Fällen ein förderliches Feld sozialer Inklusion und Antidiskriminierung bedeuten.
Darüber hinaus liefert der Fußball ein historisch gewachsenes Ventil, in dem der kleine Hass des Alltags abgelassen werden. Im Fußball wird immer wieder die Hoffnung von Fans nach einer Kompensation des Alltags, nach einer Ersatzfreiheit enttäuscht. Die Veranstaltung versucht zu umkreisen, wie Fußball des Weiteren als Kitt und Stabilisationsfaktor einer Gesellschaft funktioniert.
Um das zu verstehen, beschäftigt sich der Vortrag mit diesem vielfältigen Feld der Ambivalenzen. Einerseits sollen notwendige Faktoren zur positiven Ausdeutung des sozialen Feldes Fußball benannt werden. Andererseits sollen z.B. die Ausprägungen von hegemonialer Männlichkeit, sozialdarwinistischem Überlegenheitsdenken und Autoritarismus als Bodensatz für Abwertung und Diskriminierung nachvollzogen werden.

Doors open: 19:30 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr

Sa. 26.10. Lernen aus Lampedusa

Am Samstag, den 26.10.2013 beginnt um 15 Uhr eine antirassistische Demonstration am Hauptbahnhof München, Ecke Bayerstraße / Bahnhofsplatz.

FREIHEIT STATT FRONTEX! – DUBLIN II ABSCHAFFEN! – FLUCHTWEGE ÖFFNEN!

364 Tote, 26 Vermisste. Das ist die schockierende Bilanz der jüngsten Tragödie im Mittelmeer, wo am 3. Oktober 2013 ein Flüchtlingsboot mit 500 Menschen vor der italienischen Insel Lampedusa kenterte. Das Ereignis löste einen Aufschrei in Politik und Medien aus – endlich. Denn seit Jahrzehnten ist klar, dass solche Katastrophen keine Einzelfälle sind. Nur neun Tage später kenterte erneut ein Boot vor der maltesischen Küste, 34 Menschen starben. Und nicht nur das Mittelmeer wird für viele Migrant_innen zur tödlichen Endstation: Auch im Osten, beispielsweise in der Evroz-Region zwischen Griechenland und der Türkei, sterben seit Jahren Menschen auf der gefährlichen Flucht.

Anstatt endlich die europäische Migrationspolitik grundlegend zu überdenken, fordert die Politik eine weitere Aufrüstung und Militarisierung der Außengrenzen der Europäischen Union. Der Ausbau der europäischen Grenzschutzagentur Frontex, weitere High-Tech-Überwachung mit dem System Eurosur und noch stärkere Kontrollen sollen nun helfen Menschenleben zu retten. Doch was hier als Lösung verkauft wird, ist vielmehr Ursache des Problems. Die Idee, man könne Migration durch Abschreckung verhindern, sollte längst widerlegt sein. Die Migration passt sich stattdessen den Abwehrstrategien an und findet unter immer neuen Vorzeichen statt. Die verstärkte Überwachung mit bewaffneten Patrouillen, Drohnen und Satelliten sorgt erst dafür, dass immer gefährlichere Fluchtwege gesucht werden müssen. Die Aufrüstung der Grenze bedeutet dann vor allem eins: Lebensgefahr! (weiterlesen auf lampedusa.karawane-muenchen.org)

Fr. 25.10. Crowskin + Fjørt + Bad Luck Rides On Wheels + Create.Use.Shatter + Facing The Swarm Thought

Am Freitag wollen wir uns besinnlich auf die kalte Jahreszeit einstimmen:

Fjørt (Posthardcore, Aachen)
Fjørt gehören aktuell sicher zum Besten was an deutschsprachigem Posthardcore zu haben ist.

Crowskin (Sludge, Potsdam)
Unaufhaltsame Walze betrieben mit einem Gemisch aus Doom, Sludge und einem Hauch Crust.

Bad Luck Rides On Wheels (Doom, HR)
Episch, bedrohlich, schwer verdaulich. Doom/Psychedelic/Drone-Soundwände.

Create.Use.Shatter (Progressive Hardcore, Gießen)
Abwechslungsreicher komplexer (Post-)Hardcore aus Gießen.

Facing The Swarm Thought (Metal, Augsburg)
Die Augsburger fabrizieren eine rohe Mischung aus chaotischen Blasts, Grooves und doomigen, sphärischen Klängen.

Offen ab 20 Uhr, vegan Food.

Do. 24.10 Queerkafe – Film: Pussy Riot – A Punk Prayer

Mi. 23.10. The Sky We Scrape + Lester

The Sky We Scrape (Punkrock, Chicago)
The Sky We Scrape aus Chicago schaffen es auf ihrem Debut “Divides” wunderbar den klassischen Chicago Sound so grossartiger Bands wie Pegboy, Alkaline Trio oder Rise Against mit anderem tollen US Hardcore/Punk Bands wie Polar Bear Club, Dillinger Four und Strike Anywhere zu paaren. Allerdings werden die melodischen Parts so mit den vertrackten Parts vermischt, dass die Songs sehr eigensta¨ndig klingen. Das macht das ganze abwechslungsreich und eingängig genug, um sich im Ohr festzusetzen.
Das Chicago Quartett The Sky We Scrape spielen einen Hybrid Stil aus Hardcore und Heavy Punk Rock. Den rohen Emotionen der Band werden interessante Songstrukturen und Instrumentalisierung entgegengesetzt. Die aufgewühlten, ha¨mmernden und pulverrisierenden Gitarren werden aufgewühlt durch Momente der musikalischen Zärtlichkeit.
TSWS zeigen erfinderisches Songwriting und legen grossen Wert auf das erschaffen von Sound Landschaften, wenn sie ihre 3 minu¨tigen Erza¨hlungen gegen die Betonwände von Chicagos Suburbs raushämmern.

Lester (Punk, München)
Mit dabei sind Lester. Heavy Pop aus München mit melancholisch angehauchten Texten.

Do.17.09. D.I.Y. Kafe entfällt

Das D.I.Y. Kafe muss sich immer noch von der Party letzten Samstag erholen und entfällt deswegen.

Mi. 16.10. Bike Kitchen – Offene Radlwerkstatt

Am Mittwoch, den 16.10. kommt die Bikekitchen ins Mittwochskafe.

Die Bikekitchen München ist ein Verein zur Förderung der Fahrradkultur, der in München seit 2010 Fahrradschraub-Aktionen zum selber reparieren lernen veranstaltet und das mit Kulturevents aller Art kombiniert.
Die Grundidee kommt aus Portland und hat einen sozialen Gedanken: Radfahren soll für alle möglich sein. Gute Räder sind aber teuer. Gute ältere Räder werden im Fahrradgeschäft manchmal nicht mehr repariert, weil das zu teuer kommt. Genau da setzt die Bikekitchen an. Hier kannst du dein Rad mit ihrer Hilfe reparieren.
Es spielt keinerlei Rolle, welche Art von Rad du hast, ob du technisch versiert bist, wie alt oder jung du bist, wie gut du deutsch sprichst, welches Geschlecht du hast und was du sonst kannst oder nicht kannst. Das Einzige, was du brauchst ist ein Fahrrad und Lust, das Rad mit oder ohne Hilfe zu reparieren. Das Ganze läuft auf Spendenbasis. (mehr erfahren)

Sa.12.10. My body, my struggle – Solifeier mit Dub movement(L-one)(Dubstep) D\RUFFNIK(Zürich,sub.perversion,Dubstep) und zip zap!(Hip-Hop) gegen Misshandlungen und für ein selbstbestimmtes Leben!(kommt alle)

Mehrfache Vergewaltigung, keine Unterstützung vom Umfeld, Abtreibung unmöglich bis hin zur Illegalität. Überall auf der Welt werden Menschen tagtäglich misshandelt, unterdrückt und vergewaltigt und müssen sich oft sogar noch dafür rechtfertigen… In vielen Situationen wird der selbstbestimmte Umgang mit dem Geschehenen durch soziale und religiöse Normen und Strukturen erschwert oder verunmöglicht. In einigen Ländern wie Indonesien sind chirurgische Abtreibungen völlig verboten und andere Möglichkeiten (bis zur 9ten Woche) nur Menschen mit mehr Mitteln und Macht zugänglich. Die Soliparty soll dazu beitragen so vielen Menschen wie möglich dort die Mittel zu verschaffen, ihren Körper dem staatlichen Willen zumindest ein Stück weit zu entziehen. Nieder mit Religion und Herrschaft! für ein selbstbestimmtes Leben!!

Freut euch auf einen nicen Dubstep/Dub/HipHop Abend mit L-one (Manufaktur/Dub-movement) D\RUFFNIK(Zürich, sub.perversion) und Zip-zap (chillige Auflegerei!)!
und natürlich leckerem Essen!

Do. 10.10.: Antifa-Café

Ausnahmsweise am 2. Donnerstag im Monat, dafür wie gewohnt mit leckerem Essen und kühlen Getränken.

„Jetzt ist Schluss mit Trallalla …“
Workshop zum Sinn und Unsinn von Parolen

Parolen gehören mit zum Wahrnehmbarsten von dem was wir als Linke so von uns geben – egal ob auf Demos oder Kundgebungen skandiert, auf Transparente und Klokacheln gepinselt oder auf Konzerten und Parties gegrölt. Allerdings haben wir den Eindruck dass es trotz dieser Verbreitung wenig kollektive Debatte über Form und Inhalt davon gibt.
In diesem Workshop wollen wir gemeinsam darüber diskutieren, warum wir als radikale Linke überhaupt Parolen rufen, welche Inhalte sich darüber vermitteln lassen und welche eher nicht und auch der Frage nachgehen, wann und wo manche Aussprüche eher weniger Sinn machen könnten als andere.

Offen um 20 Uhr