Mi. 30.10. Fuss­ball(Fans) zwi­schen Macht, Herr­schaft und Dis­kri­mi­nie­rung

Dieser Abend fängt dort an, wo viele Fallbeschreibungen zu Diskriminierung im Fußball aufhören. Und bleibt dabei vor allem kurzweilig.
Gerd Dembowski begreift Fußball u.a. als ein gesellschaftliches Trainingsfeld für soziale Konstruktionen und Machttechniken – als “Deep Play” (Clifford Geertz). Heterosexismus und Homophobie, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus sind einige extreme Ausformungen, wenn es um „Wir“ und „Die Anderen geht“. Dahinter stehen althergebrachte Muster von Männlichkeit, Überlegenheitsdenken und Autoritarismus.
Während sich das „Wir“ und „Die Anderen“ im Fußball nicht auflösen lässt, kommt es darauf, Fußball als Freiraum für Jugendkulturen u.a. sozial inklusiv zu füllen.
Diskriminierungen sind sozial konstruierte Techniken zur Etablierung und Modernisierung von gesellschaftlichen Machtfeldern und ihren Akteur_innen. Im Fußball erscheinen sie wie unter einem Brennglas. Im Fußball offenbaren sich Konstellationen von ‘Wir’ und ‘Die Anderen’ offensichtlich feindselig und abwertend, zumindest symbolisch. Hier wird Herrschaft eingeübt und sich ihrer rückversichert. Andererseits kann Fußball in günstigen Fällen ein förderliches Feld sozialer Inklusion und Antidiskriminierung bedeuten.
Darüber hinaus liefert der Fußball ein historisch gewachsenes Ventil, in dem der kleine Hass des Alltags abgelassen werden. Im Fußball wird immer wieder die Hoffnung von Fans nach einer Kompensation des Alltags, nach einer Ersatzfreiheit enttäuscht. Die Veranstaltung versucht zu umkreisen, wie Fußball des Weiteren als Kitt und Stabilisationsfaktor einer Gesellschaft funktioniert.
Um das zu verstehen, beschäftigt sich der Vortrag mit diesem vielfältigen Feld der Ambivalenzen. Einerseits sollen notwendige Faktoren zur positiven Ausdeutung des sozialen Feldes Fußball benannt werden. Andererseits sollen z.B. die Ausprägungen von hegemonialer Männlichkeit, sozialdarwinistischem Überlegenheitsdenken und Autoritarismus als Bodensatz für Abwertung und Diskriminierung nachvollzogen werden.

Doors open: 19:30 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr