Mi. 09.04. Militarismus und rechte Traditionspflege in Südbayern – Infovortrag über Reichenhaller Zustände und mehr

“Wo die Zeit Ur­laub macht” lau­tet das eben­so be­scheu­er­te wie zu­tref­fen­de of­fi­zi­el­le Tou­ris­mus-​Mot­to der Stadt Bad Rei­chen­hall. Bad Rei­chen­hall ist ein Ort der sym­bo­lisch für die wi­der­li­che ge­schichts­re­vi­sio­nis­ti­sche, mi­li­ta­ris­ti­sche Ge­denk­po­li­tik in der ober­baye­ri­schen Pro­vinz steht. Hier wurde noch 1969 zur Glo­ri­fi­zie­rung die­ses An­griffs­kriegs die so­ge­nann­te „Kre­ta­brü­cke“ ein­ge­weiht. An die­ser Brü­cke fin­det jähr­lich rund um den 20. Mai eine Ge­denk­fei­er zu „Ehren“ der beim Kampf um Kreta ge­fal­le­nen „Rei­chen­hal­ler Ge­birgs­jä­ger“ und in Ge­den­ken an dem Bom­ben­an­griff auf die Stadt Rei­chen­hall statt.
Doch nicht nur der Ka­me­ra­den­kreis der Ge­birgstrup­pe, von Kri­ti­ker_in­nen auch als “Selbst­hil­fe­grup­pe von Kriegs­ver­bre­chern” be­zeich­net, or­ga­ni­siert ge­schichts­re­vi­sio­nis­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen. Wie selbst­ver­ständ­lich füh­ren Neo­na­zis, ohne zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Pro­test, SS-​Ge­denk­fei­ern durch. Wen wun­dert’s – in einem Ort in dem noch immer ein Reich­sad­ler und ein na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sches Land­ser-​Ge­mäl­de das Bild der ört­li­chen Ka­ser­ne prä­gen.
Doch die un­er­träg­li­chen Zu­stän­de in Bad Rei­chen­hall stel­len keine Aus­nah­me dar son­dern ist viel mehr die Zu­spit­zung des mi­li­ta­ris­ti­schen und ge­schichts­re­vi­sio­nis­ti­schen Nor­mal­zu­stan­des in der ober­baye­ri­schen Pro­vinz.
Der Vor­trag will ei­ner­seits auf­zu­zei­gen, wie rück­wärts­ge­wand­te NS-​Ver­herr­li­chung und mo­der­ner Mi­li­ta­ris­mus in der Ge­birgstrup­pe Hand in Hand gehen, wäh­rend sich in deren Wind­schat­ten Nazis breit ma­chen kön­nen. Zum an­de­ren soll mit dem Vor­trag auf die an­ti­fa­schis­ti­sche De­mons­tra­ti­on am Sams­tag, 10.​05.​14 unter dem Motto „Land­frie­dens­bruch -Kein Frie­de mit den Rei­chen­hal­ler Zu­stän­den“ (wei­te­re Infos badreichenhall.​tk) mo­bi­li­siert wer­den.