Sa. 31.10. Antifa Kongresstag

Der Antifakongresstag Bayern findet am 31.10. im Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102) und der Südstadt (Thalkirchnerstraße 29) statt. Auftakt ist um 10 Uhr im Kafe Marat. Im Anschluss folgen verteilt auf beide Locations Vorträge, Workshops und eine Podiumsdiskussion. Zum Abschluss gibt es eine große Party.

Programm:

10 Uhr:
Brunch (Kafe Marat)

11 Uhr:
– Bad Reichenhall – Wo die Zeit Urlaub macht (Südstadt)
In der bayerischen Provinz gehen rückwärtsgewandte NS-Verherrlichung und moderner Militarismus in der Gebirgstruppe Hand in Hand, während sich in deren Windschatten Nazis breit machen können. In Bad Reichenhall führen Neonazis ohne zivilgesellschaftlichen Protest SS-Gedenkfeiern durch und der Kameradenkreis der Gebirgstruppe begeht jährlich eine geschichtsrevisionistische Kretafreier (welche den faschistischen deutschen Angriffskrieg auf Kreta glorifiziert) – ohne Widerspruch, aber unter Teilnahme der örtlichen Politprominenz. 2016, rund um den 75. Jahrestag der deutschen Invasion auf Kreta, plant das Rabatz-Bündnis erneut gegen rechte Traditionspflege, Nazis und den millitaristischen, nationalistischen deutschen Normalzustand im Berchtesgadener Land zu intervenieren und stellt auf dem Antifa-Kongress seine Pläne vor.

– Ruhe bitte!? Staatliche Repression und Gegenstrategien (Kafe Marat)
Mit Festnahmen bei Demonstrationen und anderen Aktion, mit Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen, mit Anquatschversuchen und mit Strafbefehlen und Gerichtsprozessen müssen alle rechnen, die aktiv politisch die Welt verändern wollen. Es kann als hilfreich sein, zu wissen, wie Repression funktioniert und was vor, während und nach Aktionen beachten sollten um uns dagegen so gut es geht (auch kollektiv) zu schützen. In dieser Veranstaltung soll über Tipps für politische Aktivist*innen in brenzligen Situationen informiert werden.

13 Uhr:
– reading on an open Facebook. Sicherheit in Zeiten von Social Media und Smartphone (Südstadt)
„Anna und Arthur halten’s Maul“ wird im Kontext von Repression und Überwachung immer wieder gesagt. Auf dem Revier wird der Leitsatz entsprechend beherzigt und die Aussage verweigert – im indirekten Kontakt aber vernachlässigt. Während früher hoher Aufwand für die Überwachung von Einzelpersonen nötig war, kann in Zeiten von Smartphones, Facebook & Co. häufig direkt auf sensible Daten zugegriffen werden. Da es keine Möglichkeit sein kann, vollends auf moderne Technik zu Verzichten, soll der Vortrag zuerst enstehende Probleme im Bezug auf antifaschistische Arbeit aufzeigen um letztlich zu versuchen den schmalen Grad zwischen Anwendbarkeit und Sicherheit zu finden.

– F*antifa! Antifa und das böse Wort mit F (Kafe Marat)
Zu Beginn der 90er Jahre entstanden bundesweit dezidiert feministische Antifa-Gruppen um Sexismus und Patriarchat auf die Tagesordnung antifaschistischer Politik zu setzen. In diesem Vortrag wollen wir uns F*antifa mit einem perspektivischen Blick annähern. Es soll überwiegend um die Frage nach der Notwendigkeit einer Organisierung als F*antifa gehen, um Perspektiven und verschiedene Möglichkeiten, die diese Organisierungsform bieten kann. Natürlich werden wir uns dafür auch die Geschichte der F*antifa ansehen und uns die Frage stellen, wieso es lange Zeit kaum F*antifa-Gruppen gab und wieso gerade jetzt wieder vermehrt auf die Art der Organisierung zurückgegriffen wird.

15 Uhr:
– „Aber zum richtig gut sein, da hab ich keine Zeit“
Antifa, linksradikale Politik und Älter werden (Südstadt)
„Wir wollen politisch – nicht moralisch – über alternative Lebensweisen, widerständige Praktiken und Kämpfe um Freiräume diskutieren!“ und nicht nur das, wir wollen anders zusammen leben und dafür zusammen kämpfen. Ob beim richtigen Job im falschen System, mit Karriere oder Verweigerung, tatsächlicher oder imaginierter Akademisierung der politischen Praxis: wie können wir miteinander umgehen, eine Bewegung bleiben. Und wie ist es, wenn Genoss_innen sich voneinader entfernen und doch ähnliche Erfahrungen duch Sorgeübernahme für andere oder auch durch Lohnarbeit sich immer seltener in gemeinsamen Lebensrealitäten zusammenfinden?

– Die Neonazipartei „Der III. Weg“. Resterampe, Szenehoffnung, Wahlpartei (Kafe Marat)
Die neonazistische Partei „Der III. Weg“ hat in Bayern das Erbe des verbotenen „Freien Netz Süd“ angetreten, ist jedoch auch in anderen Bundesländern aktiv. Wie steht es um die Strukturen der Neonazipartei und wie könnte die Gesamtorganisation charakterisiert werden? Mit welchen Themen und Aktionsformen tritt sie aktuell in die Öffentlichkeit und welche Faktoren beeinflussen ihr Handeln? Welche Rolle spielt sie beispielsweise bei rassistischen Mobilisierungen, die ihren Ausdruck immer wieder auch in Angriffen auf Flüchtlinge oder Anschlägen gegen Flüchtlingsunterkünfte finden? Im Vortrag soll diesen Fragen nachgegangen werden, ebenso besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

17 Uhr:
– 1, 2, 3, 4 Eckstein, alles muss vernetzt sein! Vernetzungspanel (Kafe Marat)
Grundlage jedweder fruchtbaren Zusammenarbeit ist: Vertrauen. Was im ersten Moment so altklug sozialpädagogisch anmutet, ist es vielleicht auch im zweiten, aber im Kern doch richtig. Denn in Zeiten verstärkter Repression ist es umso wichtiger, sich aufeinander verlassen zu können und einen gemeinsamen solidarischen Umgang zu gestalten. Daher soll es im Vernetzungspanel darum gehen, miteinander in Austausch und Diskussion zu kommen, kluge Köpfe aus anderen Städten/Stadtteilen oder einfach nur anderen Schwerpunkten kennen zu lernen und am Ende mit neuen Gesichtern und ein paar (wenigen) Namen dazu nach Hause zu gehen. Das Panel ist interaktiv angelegt.

20 Uhr:
– Weitermachen oder alles auf Start?
Podiumsdiskussion zu Antifa und Organisierung (Kafe Marat)
mit Kritik & Praxis Frankfurt, Prisma Leipzig, Undogmatische Radikale Antifa Dresden, VVN-BdA
Es ging rund im letzten Jahr. Die AfD enterte Landesparlament nach Landesparlament, was mit rassistischen Aufläufen vor Asylunterkünften begann, fand in HoGeSa und schließlich bundesweiten Pegida-Strukturen seinen vorläufigen Höhepunkt. Über Monate wurden nahezu täglich Häuser angesteckt um die Nachbarschaft sauber zu halten, während die Bilder aus Freital oder Heidenau um die Welt gingen. Diesen Rückenwind nutzten auch dezidierte Nazistrukturen, um wieder vermehrt auf die Straßen zu drängen. In der gleichen Zeit fanden tiefgreifende Veränderung in der deutschen Antifa-Bewegung statt. In einer Podiumsdiskussion mit verschiedenen antifaschistischen Zusammenhängen mit unterschiedlichen Organisierungsansätzen und Schwerpunkten wollen wir herausfinden, was eine Antifa auf der Höhe der Zeit, leisten sollte und könnte .

22 Uhr:
– Party mit Kobito, Image Ctrl, DJ KaiKani, DJ Boogie Dan und Forster Ctrl (Kafe Marat)
Nach dem Abschluss-Podium entern Kobito und Image Ctrl die Stage. Das bedeutet:
zwei Rapcrews auf der Bühne, die Bande von Kobito auf Deutsch und Image Ctrl auf Englisch.
Die 3 DJs KaiKani, DJ Boogie Dan und Forster Ctrl sorgen dafür, dass die Aftershowparty garantiert nicht zu kurz gerät und jeder seine Portion vom Bass abkriegt.