Archiv für November 2015

Do. 03.12. Antifa-Café: Gender Trouble im Abendland?

Wie jeden ersten Donnerstag im Monat findet am 3. Dezember das Antifa-Café im Kafe Marat statt. Diesmal geht es etwas früher los als gewohnt, seid also pünktlich. Der Vortrag startet um 20 Uhr.

Eine soziologische Betrachtung der Grenzen und Paradoxien konservativer Protestbewegungen
Jasmin Siri

Aktuell lassen sich in mehreren europäischen Ländern neue konservative Protestbewegungen beobachten, die sich dem Protest gegen Gleichstellungspolitiken und ihre öffentliche Thematisierung in medialen Öffentlichkeiten widmen. Sie kritisieren eine übergreifende political correctness und die Dekonstruktion der heteronormativen Geschlechterordnung durch moderne Familienpolitik und Wissenschaft – und brechen dabei auch mit konservativen Wertvorstellungen. Der Konservatismus des 19. und 20. Jahrhunderts verstand sich weitestgehend als regional, fämiliär und konkret solidarisch. Protest im Hinblick auf weltanschauliche Ziele erschienen ihm unplausibel. Die Konstruktion eines Kriegszustandes im Frieden und die Darstellung des Konservatismus als Protestform neben anderen in einer pluralisierten Demokratie konfligieren mit dem konservativen Selbstverständnis. Konservativer Widerstand in entwickelten Demokratien ist daher immer paradox, da er den Kampf aufnimmt obwohl die Ingroup hinsichtlich der freien Gestaltung ihrer Lebensführung nicht konkret gefährdet ist. Ideologisch muss dann viel Mühe darauf verwendet werden, die Gefahr für die eigene Familie, die eigene Gemeinde oder einen (Volks-)Körper abstrakt zu begründen. Die Semantik der „Umerzie­hung unserer Kinder“ – einer Figur welche die Gefahr für den Nahbereich betont – ist hierfür ein gutes Beispiel. In meinem Vortrag werde ich wichtige Meta-Narrative des Konservatismus in Deutschland herausarbeiten und ihre Re-Aktualisierung in aktuellen Anti-Gleichstellungsbewegungen diskutieren.“

Beginn: 19 Uhr / Vortrag: 20 Uhr

Mi, 25.11.: Vortrag und Diskussion: Eindrücke von der Balkanroute

Karawane München und Mittwochskafe laden ein:

Mi, 25.11.: Vortrag und Diskussion: Eindrücke von der Balkanroute

Europa am Wendepunkt: Vom langen Sommer der Migration zum kalten Herbst der Grenzen und Lager.
Eindrücke von der Balkanroute, Oktober/November 2015.

Das Projekt „Moving Europe“ berichtet von den Zuständen entlang der Balkanroute.

Mit der Ankündigung von Schnellverfahren und Massenabschiebungen, von Entrechtung und Selektionszentren versucht die deutsche Regierung derzeit, Flüchtlinge abzuschrecken und von Deutschland fernzuhalten. Noch immer sind jedoch Tausende entlang der Balkanroute unterwegs und trotz der im Winter immer riskanter werdenden Überfahrt kommen weiterhin Flüchtlinge auf den griechischen Inseln an. Die Gefahr, dass es zu Rückstaus kommt und die Menschen in einer untragbaren Situation verharren müssen, ist groß.
Doch das neue Selbstbewusstsein der Flüchtlinge und MigrantInnen und die Stärke, mit der sie ihre Bewegungsfreiheit durchsetzen, werden von der EU und einer Politik der Abwehr nicht so einfach gebrochen werden können. Die Verteidigung der Festung Europa hat einen hohen Preis. Europa steht am Wendepunkt: Sollen Flüchtlinge an den Außengrenzen dem Sterben überlassen, in Lager gesperrt oder gar erschossen werden? Europa ist in Bewegung geraten. Was können wir tun, damit es nicht in alte Muster von Abwehr und Abschreckung zurückfällt?
„Moving Europe“ heißt das Kooperationsprojekt von bordermonitoring.eu, Forschungsgesellschaft Flucht und Migration, medico international und Welcome to Europe, das Ende Oktober gestartet ist. Der Moving Europe-Bus versorgt Flüchtlinge auf der Balkanroute mit Strom für Mobiltelefone, Internet und vor allem mit Informationen für die weitere Reise. Die Eindrücke, die wir seit Oktober entlang der Balkanroute gewonnen haben, wollen wir euch darbieten und miteinander diskutieren.
Denn wir alle müssen uns die Frage stellen: Wie wird es weitergehen? Was können wir dazu beitragen, den ankommenden Menschen – und damit uns selbst – den Weg in ein neues Europa offen zu halten?
http://moving-europe.org/

Sa. 28.11. Feminist Subversion + Queerkafe – Party: Loop Motor, Mary Maude, Sprudelpanda, Sangeet!

Flyer-Text: 28-11-15 FMNST SBVRSN QUEERKAFE present Vol. 2 WORKSHOP ab 15.00 PARTY ab 21.00 KAFE MARAT

Feminist Subversion und das Queerkafe laden am 28.11.2015 ein zu einer wunderbaren Party mit viel Glitzer und:

Workshop (ohne cisMänner) von 15 bis 19 Uhr:
DIY Sextoys & Genderbending devices (Spendenempfehlung 5€)
Damit wir wissen, wieviele Menschen teilnehmen, wär es gut eine kurze Nachricht als Anmeldung an uns zu schicken.

PartyPartyParty!
Offen ist ab 20:30 Uhr, Eintritt 3-5 €

Konzert ab 21:30 Uhr
Extra aus dem fernen Dresden anreisend: Loop Motor (https://www.youtube.com/watch?v=96Z0ZI04e9s)

danach Aufgelege mit:

Mary Maude (https://www.mixcloud.com/marymaude/) (Candy Club)

Sangeet (https://sangeet1.bandcamp.com/)

Raum 2 wird die ganze Nacht lang vom Sprudelpanda beschallt.

Getränkespecials wird es natürlich auch geben → Pfeffi 1€, Vodka-O und Panda 3€

Außerdem gibt’s eine vegane Snackecke (Cupcakes, Pizzaschnitten usw.) mit Spendenbox.
Menschen, die noch was dafür mitbringen wollen, können das gerne machen, sollten uns das aber mitteilen.

Wir freuen uns auf euch!

Do. 26.11. Queerkafe: The Punk Singer

Das Queerkafe im November lassen wir ganz ruhig angehen. Gemeinsam mit Euch wollen wir uns den Film < The Punk Singer - a film about Kathleen Hanna > sehen. Dieser wurde leider nur kurz in München gezeigt, aber jetzt bekommen wir alle nochmal die Gelegenheit, ihn anzuschauen.

Der Film wird auf Englisch gezeigt, wir versuchen noch Untertitel auf Deutsch oder jedenfalls Englisch zu besorgen.

Offen haben wir ab 20 Uhr, der Film wird ca. 21 Uhr losgehen.
Eintritt ist frei!

Wir freuen uns!

Mi. 18.11. Offenes Antifa-Treffen

Während in ganz Deutschland Unterkünfte für Geflüchtete attackiert und in Brand gesetzt werden, marschiert Pegida immer noch jeden Montag auf der Straße und mittlerweile ohne Probleme bis vor die Feldherrnhalle.
Aber auch organisierte Neonazis um die Partei „Die Rechte“, sowie der „Dritte Weg“ versuchen mit Kundgebungen und Demonstrationen auf sich aufmerksam zu machen.

Das alles sind Auswüchse eines in der Gesellschaft tief verwurzelten 
Rassismus, der mit vielen anderen Unterdrückungsmechanismen Hand in Hand 
geht. Es ist wichtig, sich zu vernetzen und Strukturen aufzubauen, um 
den Widerstand so breit wie möglich zu organisieren – nicht nur gegen
 Rassismus und Faschismus, sondern auch gegen Nationalismus, Sexismus,
Homophobie und die kapitalistische Gesamtscheiße. 
Im Kafe Marat findet aus diesem Grund jeden zweiten Mittwoch das Offene 
Antifa-Treffen München statt, bei dem aktuelle Themen diskutiert und
bevorstehende Aktionen organisiert werden.
Das OAM versteht sich dabei als offene Struktur; sowohl offen für Themen
 und Ideen als auch für interessierte Menschen, die mit den herrschenden
Zuständen nicht zufrieden sind.

Mehr Infos: maoam.blogsport.eu

Kommt vorbei, bringt euch ein, organisiert euch!

Beginn: 20 Uhr

Fr. 13.11. I Not Dance + Pettersson

I Not Dance (Post-HC, Bregenz)
Mit ihrem neuen Album „We are guilty and so are you“ zeigen sich die Anti-Dancer wieder so rau und verspielt wie auf ihrem Debut, verstecken dabei nicht ihre Experimentierfreudigkeit und präsentieren uns auch ganz neue Seiten. Live wie immer eine Dampfwalze – schön, dass ihr (immer) wieder kommt ♥

Pettersson (Screamo, Wien)
Pettersson sind mit Sicherheit die ausgetüfteltste Screamo-Band, die ihr seit langem gehört und gesehen habt! Die 3 wissen seit ihrer ersten Show genau was sie machen und zeigen mit ihren dynamischen Songstrukturen wo der Vorschlaghammer hängt.

Offen ab 20 Uhr

Do. 12.11. Gladbeck City Bombing + Aftershow

Das einmalig gute Donnerstagsspecial presentiert:

Gladbeck City Bombing (electro Queer Punk Performance, Hamburg)

Danach hervorangendes Aufgelege vom Allerfeinsten serviert an köstlichen Kaltgetränken

Verstört-blumiger Klang schwimmt irgendwo im unendlich weiten Feld der elektronischen Musikstile. Zehn Jahre verstreichen in denen Carla Interceptor und Schieres in modrigen Kellern und verlassenen Häusern ihre Sucht füttern, für die die Welt immernoch keine passende Kategorie erfunden hat. Schräge Gedanken verirrt in einem Vieleck zwischen Überlebensstrategie, Sex, Sekt und Sickness finden feste Form, sind krank, weil die Welt sie krank gemacht hat, sind wunderschön ob ihrer bizarren Einzigartigkeit. Gefühle brechen sich Bahn, fließen aus den finstersten Löchern empor und explodieren auf der Bühne zu sinnumfassenden Schlachten, zugespitzt auf den einzigen Ort an dem dieses Drama für alle einen Sinn ergibt und das Leid in ein glamouröses Schauspiel der Lust und Extase verwandelt werden kann – kristallisiert an den sich ständig verwandelnden, Multigeschlechts-Körpern der Performer Lola Phroaig und Steinhäuserin. Das Meer der Augenpaare im Dunkeln saugt staunend an der erfahrbaren Spitze des Eisbergs aus Gladbeck, genötigt den Tribut aus Schweiß durch Tanz an Ort und Stelle widerstandslos zu verrichten… und weiter geht die wilde Fahrt!

Offen ist ab 20:00, das Konzert geht los wie immer, also etwas später dann.

Mi. 11.11. Gemütwochskafe Spezial

Es ist endlich wieder soweit: Gemütwochskafe! Diesesmal haben wir für Euch vegane Schokolade zum Trinken und Spekulatius. Zu sanften Jazz-Tönen sorgt unser Kaminfeuer vom Beamer für das gewohnt vertraut freundlich warme Ambiente neben allerlei sonst Behaglichem. Also rein in die Pantoffeln und genießt mit uns in zwangloser Geselligkeit die Ruhe und Gelassenheit des Abends.

Mo. 09.11. Kaput Krauts + Das Flug

Am 9. November, dem 77. Jahrestag der antisemitischen Novemberpogrome, will die extrem rechte Sammlungsbewegung Pegida in München aufmarschieren. Antifaschist_innen rufen dazu auf diese Provokation am Jahrestag und Ausgangsort der Novemberpogrome nicht unbeantwortet zu lassen und planen eine Demo um 18 Uhr am Sendlinger Tor (mehr Infos). Nach den antifaschistischen Aktionen gibt es im Kafe Marat das passende Abendprogramm:

KAPUT KRAUTS (Punk, Berlin)
No words needed. Finest Kartoffelstampfer-Punk. 

DAS FLUG (Elektropunk, Berlin)
Das Flug ist genervt vom Deutschlandhype, Leistungsterror und Arbeitswahn. Verpackt wird das Ganze in knarzende Bässe, dem Gepiepe ziemlich überforderter SID-Chips und immer nach vorn gehenden Beats.

Beginn: 22 Uhr

Do. 05.11. Antifa-Café

Frank Apunkt Schneider:
Deutschpop, halt’s Maul! Für eine Ästhetik der Verkrampfung …

Popkultur war vielleicht das wichtigste Reeducation-Programm, das die Alliierten auflegten. Sie überschrieb deutsche Kultur und entfremdete die Kids von Scholle und Volksgemeinschaft. Popmusik auf Deutsch war daher lange Zeit undenkbar. Erst mit Punk entstanden deutsche Texte, die sich zur Kolonialisiertheit durch Pop bekannten. Und als aus der guten alten BRD wieder hässliches neues Deutschland geworden war, verstärkten Bands wie Kolossale Jugend oder die frühen Blumfeld (nicht zu verwechseln mit den späten) die Dissonanzen. Ihre Sperrigkeit war eine Abfuhr ans neu verordnete Wir-Gefühl. Aber in ihrem Windschatten entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch…) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemütsindiepop passt gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik. An das, was dafür aufgegeben wurde, will der Vortrag erinnern, indem er vom »Fremdwerden in der eigenen Sprache« (NDW) erzählt, von der Materialästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Popaffirmation (Schlager) und natürlich von der Hässlichkeit des Unverkrampften.

Frank Apunkt Schneider ist unfreier Künstler, Autor und selbsternannter Poptheoretiker, Mitherausgeber der Testcard, Redakteur bei Skug und außerdem der deutsche Außenposten der Kulturbewegung monochrom.

Beginn: 20 Uhr / Vortrag: 21 Uhr