Archiv für Februar 2016

Do. 03.03. Antifa-Café: Revolution der Reproduktion

Am 3. März kommt die queerfeministische Gruppe trouble everyday collective ins Antifa Café und stellt ihr 2014 erschienenes Buch Die Krise der sozialen Reproduktion – Kritik, Perspektiven, Strategien und Utopien vor. Das trouble everyday collective beschäftigt sich mittlerweile seit sieben Jahren mit materialistischem Feminismus, der auf Grundlage marxistischer Theorie die gesellschaftlichen Verhältnisse und die darin bestehende (Re-)Produktion der Geschlechterungleichheit fokussiert. Das Buch verschiebt die Perspektive der langjährigen Krisendebatte vom bankrotten Finanzsektor und Pleitestaaten auf einen feministisch-marxistischen Blickwinkel. Die Debatte dreht sich dabei zentral um die Reproduktions- beziehungsweise Care-Arbeit und politische Strategien des Umgangs damit wie beispielsweise die kollektive Organisation der Reproduktion, der Repro-Streik oder die Care-Revolution.

Außerdem wie immer gutes Essen, kühle Getränke und Musik.

Offen ab 20 Uhr / Vortrag ab 21 Uhr

Do 25.02. Queerkafe Speed Dating

Fühlst du dich einsam? Der Winter macht dir zu schaffen? Willst du Leute treffen und kennen lernen? Lust auf ein-zwei Dates? Grindr ist mal wieder abgestürzt? Oder dir ist einfach nur langweilig und du hast Bock auf ein kühles Bier? Alles kann, nix muss.

Dann komm zum Queerkafe Speed Dating!!! Egal ob lesbisch, bi, schwul, pan, queer, trans*, inter, cis, genderqueer, genderfluid, oder oder oder. Hier daten alle alle.

Musikalische Untermalung von und mit DJ Roley Cyrus aus Kassel.

Es gibt außerdem wieder veganes Essen und kühle Getränke.

Offen ab 20 Uhr.

Wir freuen uns auf euch.

Euer Queerkafe ♥

Do. 18.02. Anarchistisches Kafe #1

Am kommenden Donnerstag, 18.02.16 findet erstmalig das “Anarchistische Kafe” im Kafe Marat statt:

Wir begreifen uns als antiautoritäres Kollektiv, das historische und aktuelle anarchistische Ideen, Theorien und Praktiken mit einem monatlichen Kafeabend (künftig jeden 2. Donnerstag im Monat) thematisieren und diskutieren möchte. Das gemütliche A-Kafe beginnt um 20 Uhr mit einem Dinner for all, sprich einem erschwinglichen, veganen und köstlichen Menü. Anschließend zeigen wir die erste Folge einer Serien-Dokumentation des chilenischen „No Border“-Filmkollektivs. Thema der Doku sind anarchistische / subversive Kämpfe in Nordamerika. Nebenbei laufen in Raum 2 Beiträge des A-Radio Berlin.

Mi. 17.02. Depravation + Berzerk + Peter Coretto + Sadistic Son + Mäander

Depravation (HC, Gießen)
Blackened Hardcore, Metal und Crust.

Berzerk (Metal, Dresden)
Heavy Headbanging Death Thrash Metal

Peter Coretto (Post-Punk, München)
Turbostaatesker Indie-/Post-Punk aus München

Sadistic Son (Dark Hardcore, München)
2015 gegründete HC-Band aus München.

Mäander (Harsh Noise, Landshut)
Noise aus der Stadt des höchsten Backsteinturms der Welt

Offen ab 20 Uhr
Vegan Food + Drinks

Do. 11.02. Idle Class + Zoo Escape

Punkrock am Donnerstag:

Idle Class (Punkrock, Münster)
„create the missing link between Fat Wreck Evergreens and the new classics by Run for Cover Records.“

Zoo Escape (Suicide Pop, München)
„Melange aus Powerpop, 77 – Punk und Stones – like – Licks. Es gibt nichts Falsches in diesen Richtigen“

Offen ab 20 Uhr

Do. 04.02. Antifa-Café: Sonderwirtschaftszone JVA

Die seit dem Mai 2014 existierende Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO) hat die soziale Frage hinter Gittern aufgeworfen: kein Mindestlohn, keine Rentenversicherung, keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, kein Kündigungsschutz für inhaftierte Beschäftigte – und ein minimales Taschengeld für aktuell beschäftigungslose Gefangene. Diese vor-wilhelminischen Beschäftigungsverhältnisse, die in bundesdeutschen Haftanstalten überwiegend unter dem Diktat des Arbeitszwangs stattfinden, bilden ein speziellen Segment des Niedriglohnsektors. Diese entgarantierte Billilöhnerei hinter Gittern, Inhaftierte verdienen durchschnittlich € 1,50 pro Arbeitsstunde, ist zu skandalisieren, denn es ist aus Gewerkschaftssicht völlig unerheblich, ob prekäre Arbeitssituationen vor oder hinter den Knastmauern bestehen – sie gehören abgeschafft.

Diese „Sonderwirtschaftszone Knast“ nutzen faktisch alle Landesbehörden und diverse externe Unternehmen, um die menschliche Arbeitskraft in den JVA-Betriebe sozialabgabenfrei abzuschöpfen. Die Knastarbeit wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr betriebswirtschaftlich als verlängerte Werkbank konzeptioniert. Es wird offen damit geworben, dass über die Knastarbeit Ressourcen
und Kosten eingespart sowie Auftragsspitzen schnell und zügig abgearbeitet werden können. Firmen von außerhalb stünde zudem ein hochmotiviertes, knapp oberhalb der Gratismarke arbeitendes Arbeitskräftepotential jederzeit zur Verfügung usw. usf.
Mit der Gründung der GG/BO konnte die sprichwörtlich unter Verschluss gehaltene Arbeitswelt hinter Gittern in das Licht der interessierten Öffentlichkeit gezogen werden. Die Bedingungen der Knastarbeit sind hierzulande zu einem virulente Thema geworden – und die Zeiten, in denen Haftanstalten seitens der Gefangenen eine gewerkschaftsfreie Zone waren, sind vorbei – immerhin.

Auf der Veranstaltung werden GG/BO-Kollegen aus Berlin über die Entstehung und Entwicklung der basisnahen Gewerkschaftsinitiative, die authentisch aus dem Knast heraus erfolgte, berichten. Des Weiteren sollen die Probleme diskutiert werden, die mit dem rasanten GG/BO-Wachstum zusammenfallen, denn oft steht die GG/BO aufgrund personeller und organisatorischer Engpässe am Rande des Kollaps.
Die GG/BO wird im begonnenen neuen Jahr mehr denn je darauf angewiesen sein, dass weitere Unterstützer_innenkreise von Aktivist_innen aus (Basis-)Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen, Anwält_innenvereinigungen und nicht zuletzt politischen Zusammenhängen entstehen, damit die GG/BO ihre beiden Standbeine drinnen und draußen stärken kann…