So. 07.05. Kampagne Remembering means fighting: Nachleben der NS Ideologie

Erster Vortrag des Abends:

Deutsche Täterdiskurse und Opfermythen
von Carl Specht

Worüber sprach die deutsche Gesellschaft nach 1945? Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs breiteten die Deutschen den Mantel des Schweigens über ihre Verbrechen. Zugegeben wurde stets nur das Nötigste und was bereits nicht mehr zu leugnen war. Die entscheidenden Impulse kamen dabei meist von außen und wurden nur höchst widerwillig akzeptiert. Der Vortrag versucht hier Schlaglichter auf die prägenden juristischen, medialen und politischen Diskurse der BRD zu werfen: Von den Internationalen Tribunalen, der fehlenden Aufarbeitung der BRD Justiz, über die Weizäcker Rede am 8.5.1985 zur Debatte um Goldhagens „Hitlers willige Vollstrecker“. Besonders wird der Umbruch und das neue nationale Selbstverständnis nach dem Ende des Kalten Krieges betrachtet werden. Dieser Wandel fand seinen Höhepunkt im Kosovo Krieg, der von Joschka Fischer mit dem Verweis auf Auschwitz als notwendig legitimiert wurde.

Zweiter Vortrag des Abends:

Die bundesrepublikanische Aufarbeitung der Vergangenheit
von Phillip (Falken Thüringen)

Noch vor 50 Jahren schienen die Fronten klar: die Erinnerung an den Nationalsozialismus richtete sich nicht nur gegen das Schweigen der eigenen Väter und Onkel, sondern auch das der gesamten deutschen Öffentlichkeit. Diese wollte lieber auf eine große Zukunft Deutschlands hinarbeiten und dazu einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen, anstatt sich mit der Erinnerung an die abzugeben, die im Namen Deutschlands und seiner Zukunft ermordet wurden. Vor diesem Hintergrund schien jedes Erinnern ein Angriff auf den emsigen Wiederaufbau und die Ruhe und Ordnung zu sein – kurz es war praktische Subversion. Wie hat sich seit dem das offizielle Gedenken an den Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland verändert? Wie wird in der offiziellen Politik der Nationalsozialismus heute thematisiert und in welchem Verhältnis steht diese offizielle Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus zum Selbstverständnis und Politik dieses Staates? Der Vortrag soll diese Fragen Beantworten und zeigen, warum eine kritische Theorie der Gesellschaft gut daran tut, sich von einigen lieb gewonnen Gewissheiten und Floskeln zu verabschieden.

Anschließend Frage- und Diskussionsrunde

Offen um 17 Uhr, los gehts (pünktlich) um 18 Uhr.


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