Mi. 13.06. Vortrag: Vorsicht! Patientenverfügung.

Die Demosanitäter*innen präsentieren einen Vortrag von Michael Skambraks über sein Buch zum Thema Patientenverfügung.

Das Thema Sterben hat Sprengkraft. Es erregt die Gemüter. Es führt manche zu einem kraftvollen Engagement. Doch Engagement wofür? Warum aus tiefster ethischer Überzeugung Engagement für gegensätzliche Ziele? Es hängt viel von den Erlebnissen der einzelnen Menschen ab. Wer guten Willens ist, der wird auch mit einem anderen diskutieren können, der die gegenteilige Ansicht vertritt. Was aber ist der Hintergrund für die politische Propagierung einer bestimmten Ansicht? Und warum wird in der Propagierung der Patientenverfügungen denen, die sich wie ich für das Lebensrecht einsetzen, unterstellt, sie würden nur am sinnlosen Vegetieren verdienen? Ist da nicht ein Interesse dahinter, das verschwiegen wird? Ich habe Respekt vor jedem, der aus ethischer Überzeugung eine andere Meinung vertritt als ich. Doch fällt mir der Respekt schwerer, wenn ich sehe, daß aus unausgesprochenem wirtschaftlichem Interesse die Selbstentsorgung propagiert wird. Nun – ich sehe auch, daß es Menschen gibt, denen das Leben eine Qual ist. Aber soll ich mich deshalb für das Sterben engagieren? Ich möchte mich lieber dafür engagieren, daß das Leben wieder lebenswert wird – auch bei Krankheit und Behinderung und auch in der letzten Phase des Lebens. Wer nach reiflicher Überlegung sein Leben selbst beenden möchte, den kann ich nicht am Suizid hindern. Ich kann auch den Sterbetourismus nicht verhindern. Jeder, der sein Leben beenden lassen möchte, kann in ein Land fahren, in dem die Tötung auf Verlangen inzwischen legalisiert ist, und sich dort töten lassen. Ich kann nur aus meiner Überzeugung davor warnen. Wer die Textvorlagen für „Patientenverfügungen“ unterschreiben will, die unsere hohen Politiker empfehlen, der kann das tun. Ich will niemanden daran hindern. Ich will nur von meiner eigenen Erfahrung her davor warnen. Ich setze mich für das Lebensrecht ein in jeder Lebensphase. Jeder hat nach meiner Ansicht das Recht, so lange zu leben, wie der liebe Gott oder die Natur es zulassen. Wo es durch die Erkenntnisse der Medizin möglich ist, eine Lebensgefahr zu überwinden und länger zu leben, als es ohne die ärztliche Kunst möglich wäre, da hat auch jeder das Recht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es darf nicht hinter dem Rücken eines Patienten beschlossen werden, daß sein Leben nichts mehr wert sei und daß notwendige Hilfe unterlassen wird oder gar Maßnahmen zur Sterbebeschleunigung durchgeführt werden, welche man als angebliche Linderung des Leidens schönredet. Die verbreiteten Patientenverfügungen dürfen nicht allgemeiner Standard werden. Es muß weiterhin möglich sein, das Gegenteil des heutigen Standards zu schreiben und auf dem eigenen Lebensrecht zu bestehen.

Offen ist ab 20:00, der Vortrag beginnt um 21:00.


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