Archiv für April 2019

Do. 11.04. Antisemitismus und Sexismus

Zur Verschränkung beider Ideologien in der bürgerlichen Gesellschaft

Wenn man sich mit verschiedenen Ressentiments oder mit sozialer Ungleichheit auseinandersetzt, geht das meist mit einer intersektionalen Betrachtung auf Diskriminierung einher, die verschiedene Betroffenheitsperspektiven zusammen zu denken versucht. Um jedoch nicht erst in den Vorkommnissen mehrere Diskriminierungsebenen zugleich zu betrachten, sondern schon in ihrer ideologischen Struktur Verknüpfungen und Gemeinsamkeiten zu analysieren, entwickelte Karin Stögner den Ansatz der Intersektionalität von Ideologien. Ausgehend von diesem Ansatz und dem Ideologiebegriff der Kritischen Theorie als das “notwendig falsche Bewusstsein” wird in diesem Vortrag auf die Verschränkung von Antisemitismus und Sexismus in der Moderne eingegangen.

Es wird betrachtet, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sich auf ideologischer Ebene im Antisemitismus und Sexismus finden und aufgezeigt, dass diese fest in der bürgerlichen Gesellschaft verankert sind. Auch der Subjektstatus der bürgerlichen Gesellschaft ist geprägt von diesen Ideologien; das bürgerliche Subjekt nutzt sie, um das Leid, das es erfährt und die Widersprüche der Gesellschaft auf ganz bestimmte Gruppen zu projizieren und sie dort zu bekämpfen. Um erklären zu können, wie im Sexismus die Widersprüche des Subjekts, im Antisemitismus die Widersprüche der Moderne generell verhandelt werden, sollen die widersprüchlich gezeichneten Feindbilder des Juden und der Frau sowie deren Identifikation mit Natur dargestellt und analysiert werden.

In dem Vortrag wird herausgearbeitet, dass sowohl Sexismus als auch Antisemitismus – wenn auch unterschiedlich – in der bürgerlichen Gesellschaft verankert sind und somit beide nicht konsequent bekämpft oder gar aufgehoben werden können, wenn nicht auch die bestehenden Verhältnisse überwunden werden.

Offen ab 20:00 Uhr, Vortrag beginnt um 21:00 Uhr.

Für Essen und kühle Getränke wird gesorgt.

Fr. 05.04. 13 Jahre Antifa-Café

Das Antifa-Café wird 13 und feiert das mit einem bunten Programm.

Bini Adamczak:
Beziehungsweise Revolution

Im Oktober 2017 jährte sich die Russische Revolution zum 100.Mal. Anlass genug, die Ereignisse von 1917 durch das Prisma 1968 zu betrachten und beide Revolution in ein Verhältnis wechselseitiger Kritik zu bringen. Während 1917 auf den Staat fokussierte, zielte 1968 auf das Individuum. In Zukunft müsste es darum gehen, die ‚Beziehungsweisen‘ zwischen den Menschen in den Blick zu nehmen.

Das tippel orchestra präsentiert:
Tippeln am Rande des Abgrunds

Stehen wir am Rande eines Abgrunds?! Die Konfrontation mit einer drastischen autoritären Formierung, die stetige Verschärfung unserer eigenen Lebensbedinungen und unser Wissen über die Geschichte, lösen das mulmige Gefühl aus, dass es noch viel schlimmer kommen kann. Derweil scheint unser eigentliches Ziel, die befreite Gesellschaft, in unereichbare Ferne gerückt. In der szenischen Lesung wollen wir mit Hilfe von Literatur und Musik, den Blick auf die Handlungsfähigkeit des Individuums richten, eben gerade auch in bitteren Zeiten. Wir wollen Aufbrüche in Abgründen aufzeigen

Danach darf getanzt werden:

Saal: Team Tütenhagel spielen steady Powersoul
Raum 2: 80s mit DJ Lugosi & The Mighty Traxxolator

20 Uhr

Mi. 3.4.: Hausbesetzungen – eine filmische Reihe: Mainzer Straße

Am 29. April 1990 wurden zwölf Häuser in der Mainzer Straße besetzt. Nach der „Wende“ zog es viele Autonome aus der Kreuzberger Häuserszene in den Osten der Stadt. Am Morgen des 14. Novembers 1990 stürmten unter Einsatz von Wasserwerfern, Hubschraubern, Tränengas und Schusswaffen etwa 4.000 Polizisten die Straße. Die Räumung der Mainzer Straße gilt als einer der massivsten Polizeieinsätze Berlins in der Nachkriegszeit.
Das Mittwochskafe startet mit einem Film über die Räumung der Mainzer in eine Reihe filmischer Dokumente über die Geschichte von Hausbesetzungen.