Archiv für Mai 2019

Do. 09.05. Umrisse der Weltcommune

Vortrag und Diskussion mit den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft

Gegenwärtig sind reaktionäre und autoritäre Kräfte nicht nur weltweit im Aufwind begriffen, Nationalkonservative, Faschisten und Islamisten scheinen auch das Feld des Utopischen fest im Griff zu haben. Während die Vorstellung von einer besseren Welt lange Zeit als zentrale Stärke der Linken galt, begnügen sich emanzipatorische Kräfte heute zumeist damit, Defensivpositionen einzunehmen, breite Bündnisse auszurufen und an sozialdemokratischen Minimalstandards festzuhalten. Doch besteht die richtige Antwort auf die rechte Gefahr wirklich darin, dass radikale Linke sich mit dem liberalen Bürgertum in eine Gemeinschaft des Reformismus retten?

Nein, vielmehr sind gerade jetzt radikale Gegenentwürfe zum Bestehenden an der Zeit. Die Revolten und Aufbrüche der letzten Jahrzehnte blieben in dieser Hinsicht ziemlich blass und kapitulierten davor, den Übergang zu einer wirklich nachkapitalistischen Gesellschaft zu wagen. Dabei spricht einiges dafür, dass die alte Bestimmung des Kommunismus als einer Gesellschaft, in der jede nach ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen leben und tätig werden kann, brandaktuell ist. Was die Aufhebung des jetzigen Zustands konkret heißt und wie die Welt von morgen aussehen könnte, haben wir in der neuen Ausgabe von Kosmoprolet zu umreißen versucht. Einige der zentralen Fragen, auf die die Kommunarden und Kommunardinnen in den kommenden Aufständen stoßen werden, wollen wir zur Debatte stellen.

Den Text „Umrisse der Weltcommune“ der Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft findet ihr auf der Seite des Kosmoprolet.

Für kühle Getränke und etwas zu Essen ist gesorgt.

Offen ab 20:00 Uhr, Beginn 21:00 Uhr.

Fr. 03.05. Arterials + Beginnings + Eaten By Snakes + Novichoks

Arterials (Punk, Hamburg)
Bei Arterials vermengen einige bekannte Gesichter Punk mit hymnischen Singalongs und rasantem 90s-Indie. Die Band aus Hamburg war vor ziemlich genau einem Jahr schonmal hier und wurde für gut befunden!

Beginnings (Punk, Berlin)
Beginnings wurden ins Leben gerufen weil Ville Rönkkö von Wasted Lust hatte was im Stile seiner Lieblingsbands wie Hüsker Dü, The Replacements und Jawbreaker zu machen.

Eaten By Snakes (Garagepop, Bielefeld)
Eaten By Snakes ist ein Garage-Punk-Synth-Pop-Duo aus Bielefeld, das mit mehreren analogen Synthies einen vielseitigen Sound kreiert.

Novichoks (Punkrock, München)
Mit Novichoks ist eine neue Band aus München dabei, Punkrock mit Orgel. Seid gespannt.

Offen ist ab 20 Uhr

Do. 02.05. Antifa-Café

Marokko-Spanien: Die vergessene Grenze?

Das letzte Jahr hat ein weiteres Mal gezeigt, wie die EU den Schutz ihrer Grenzen über den Schutz der Menschen und ihrer Rechte stellt. Diktatoren werden zu Verbündeten, Seenotrettung wird kriminalisiert und die Grenzen selbst immer weiter ausgelagert. Während die EU somit das vermeintliche Ende ihrer Flüchtlingskrise feiert, sind Millionen Menschen weiterhin dazu gezwungen vor den Toren Europas ihre Würde, ihre Freiheit und – viel zu oft – ihr Leben zu opfern. Berichte über die Missstände und Repressionen entlang der Balkanroute, Libyen und der zentralen Mittelmeerroute dominieren die Medien. Doch obwohl die spanisch-marokkanische Grenze Hauptmigrationsroute im vergangenen Jahr war, ist diese medial vollkommen aus dem Fokus geraten.
Jedoch ist vor allem die Doppelrolle Marokkos als Leitfigur der Afrikanischen Union und enger Verbündeter der EU in Fragen Migration von großer Bedeutung. Erst im vergangenen Dezember präsentierte sich das Königreich als zukunftsweisendes Land und lud die internationale Gemeinschaft zur Unterzeichnung des UN-Migrationspaktes nach Marrakesch.
Gleichzeitig ist die Situation migrierender Menschen in Marokko nach wie vor katastrophal und nicht länger hinnehmbar. Es gibt regelmäßige außerrechtliche Massenverschleppungen, Hausdurchsuchungen, Plünderungen und willkürliche Inhaftierungen durch den rassistischen und repressiven Staat. Bei dem Versuch dieser Gewalt zu entkommen und nach Europa zu gelangen, verschwanden, also starben, allein im letzten Jahr mindestens 800 Menschen. Durch die Externalisierung der Außengrenzen unterstützt und finanziert die EU mit ca. 148 Millionen € jährlich weiter das Morden im Mittelmeer.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuelle Situation an der marokkanisch-spanischen Grenze und spricht über Möglichkeiten und Schwierigkeiten aktivistischer Strukturen, explizit in der Grenzstadt Tanger.

Wie immer gibt es außerdem Antifa-News, Essen und Musik

Beginn: 20 Uhr / Vortrag: 21 Uhr