Beiträge von freitagskafe

Feierabend 2.0

Newsletter aus der Versenkung # 1

Einigen dürften die kleinen Heftchen noch in Erinnerung sein, die früher im Kafe Marat auslagen. Das Feierabend bot ein bisschen Lesestoff, die nächsten Demo- und Konzert-Termine und praktische DIY-Tipps im Hosentaschenformat.
Jetzt, wo so einige Leute kulturell, sozial und aktivistisch auf dem Trockenen sitzen, kommt das Feierabend zurück, zunächst als eine Art wöchentlicher Newsletter. Mal sehen, was daraus wird…

Inhalt:

1) Online Demonstration: #LeaveNoOneBehind
2) Solidarische Nachbarschaft München
3) Scherben Live aus dem Proberaum
4) Be My Carantine
5) Evacuate island hot spots immediately
6) Spotify Playlist
7) Im Marat vor 10 Jahren

1) Online Demonstration: #LeaveNoOneBehind
Die Lage an den EU-Außengrenzen ist weiterhin katastrophal. Um trotz Corona den Protest gegen die untragbaren Zustände öffentlich sichtbar zu machen, ruft die Seebrücke zu einer #LeaveNoOneBehind-Aktionswoche auf. Am 29. März soll es um 16 Uhr eine Online-Demo geben. Dabei wird ein Livestream neben Redebeiträgen und Musik zahlreiche Möglichkeiten bieten, sich direkt zu beteiligen. Eine virtuelle Demo-Route soll dafür sorgen, dass die Forderungen direkt bei den politischen Verantwortlichen ankommen. Mehr dazu erfahrt ihr hier: Online-Aktionen

2) Solidarische Nachbarschaft München
Die Supportstruktur Solidarische Nachbarschaft München möchte Unterstützung für von Corona Betroffene und Risikopatient*innen leisten!
Mittlerweile gibt es fast 20 Stadtteil- und Ortsgruppen, die sich über Telegram vernetzen. Ihr könnt also in eure jeweilige Stadtteilgruppe eintreten um dort Unterstützungsgesuche und -angebote auszutauschen. Außerdem könnt ihr euch in verschiedenen Gruppen zu Arbeit und Krise, solidarischen Betrieben oder rechtlichen Fragen besprechen. Wie das mit dem solidarischen Support funktioniert, ohne am Ende noch zur Verbreitung von CoViD 19 beizutragen erfahrt ihr auf:
solidarischesmuc.noblogs.org

3) Scherben Live aus dem Proberaum
„I Want You To Stream!!!“ Unter diesem Motto haben Scooter am Freitag mit einem Livestream-Konzert ihre Fans verzaubert. Diesem Vorbild folgen jetzt auch Scherben. Die Krefelder haben beim letzten Freitagskafe-Jubiläum für allerbeste Stimmung gesorgt. Heute Abend (29.3.) habt ihr die Chance zu verfolgen, was die Punks im Proberaum so treiben. Die Rehearsal-Show läuft zugunsten der Mission Lifeline und startet um 21 Uhr auf Youtube: Scherben Rehearsal-Show
Mehr Info zu #visualattackshows – das Soli-Bewegtbild-Erlebnis: gofundme.com/f/mission-lifeline-support

4) Be My Carantine
Corona bedeutet auch eine existenzielle Bedrohung für Konzertläden, Clubs, Kneipen, Bands und natürlich auch für viele einzelne Menschen die da drinstecken. Letztlich ist also auch unser aller kulturelles Leben nach dieser Krisenzeit bedroht. Einige Kulturschaffende haben sich zusammengeschlossen, um unter dem Motto „Be My Carantine“ gemeinsam chices Merch anzubieten. Ihr könnt mit dem Kauf bestimmen, welchen Lieblingsläden oder -künstler*innen das Geld zugute kommt. Guckt doch mal rein: bemyquarantine.tourhafen.de

5) Evacuate island hot spots immediately
Diese griechische Petition fordert leer stehende Hotels zu nutzen um die Aufnahmezentren zu evakuieren, in denen die Lebensbedingungen desaströs und die nötigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen praktisch unmöglich sind. Petition

6) Spotify-Playlist
Die Spotify-Playlist kommt diese Woche von unseren Dauergästen den Beatpoeten, die ein kleines musikalisches Stimmungsbild zusammengestöpselt haben: open.spotify.com

7) Im Marat vor 10 Jahren
Vor zehn Jahren trumpfte das Queerkafe gleich mit zwei Veranstaltungen auf. Der großartige Martin Büsser kam mit seinem Buch: „Der Junge von Nebenan“ zu Besuch und auf einer Soliparty für das Ladyfest gab es Cocktailbar, Visuals und Musik von Dj_ane Stigmartha, Vj_ane Augensülze und Quasipong. In der gleichen Woche veranstaltete die Karawane einen „Soli-Abend für den Flüchtlingsstreik in bayerischen Lagern“.

Bis nächste Woche

Wir machen erst mal dicht – We‘re closed for now

english below

Das Kafe Marat bleibt im März erst mal zu. Das gilt für alle öffentlichen Veranstaltungen, sei es gemütlicher Kneipenabend oder Konzert, Vortrag oder wilde Sause. Es geht gerade darum die Covid-19-Ausbreitung so stark zu verlangsamen, dass Test- und Behandlungskapazitäten nicht überlastet werden. Das würde nämlich bedeuten, dass entschieden werden muss wer noch behandelt wird und wer nicht.

Die Rechnung ist ganz einfach: je weniger Kontakt es zwischen Menschen gibt, desto langsamer kann sich das Virus verbreiten.
Zu den Risikogruppen – also denjenigen die in hohem Maße bedroht sind von schweren bis lebensbedrohlichen Verläufen der Krankheit – gehören neben älteren Menschen vor allem auch Marginalisierte, Menschen mit erschwertem Zugang zu Gesundheitsversorgung etc. Um besonders verletzliche Gruppen nicht unnötig zu gefährden, werden wir den Laden also dicht lassen und die Gelegenheit für Reparaturen und Renovierungsarbeiten nutzen. Das ist eine Frage der Solidarität.
Und, statt nur den Appellen nachzugehen, die hauptsächlich auf eine extreme Einschränkung der Freizeitgestaltung und des Soziallebens hinauslaufen, macht‚s außerdem auch Sinn, nach Möglichkeit dem Bullshit-Job mal fern zu bleiben, stattdessen nach den Nachbar*innen zu gucken und Hilfe bei Besorgungen, Apothekengängen oder der Kinderbetreuung anzubieten.

In diesem Sinne,
guckt auf eure Freund*innen, guckt auf eure Nachbar*innen! Wascht eure Pfoten und tatscht euch nicht dauernd ins Gesicht. Ihr hört von uns.

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Mit solchen Aushängen könntet ihr euch zum Beispiel an eure Nachbar*innen richten:

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We‘re closed for now

Kafe Marat will stay closed the whole of march. This applies to all kinds of public events: concerts, lectures, wild parties as well as just the open bar. The point is to slow down the spread of Covid 19 so much that test and treatment capacities are not overloaded, because this would mean that there would be decisions about who will be treated in hospitals and who won‘t.

The calculation is very simple: the less contact there is between people, the slower the virus can spread.
The risk groups – i.e. those who are at high risk of developing severe or life-threatening courses of the disease – include, in addition to the elderly, above all marginalized people, people with difficult access to health care, etc.
In order not to unnecessarily endanger particularly vulnerable groups, we will therefore close the place and instead use the time for repairs and renovations. It is a question of solidarity.

And, instead of only following those appeals that result in an extreme restriction of leisure activities and social life, it also makes sense to stay away from the bullshit job if possible, and instead to look after neighbours, and offer help with errands, going to the pharmacy or childcare.

So:
look after your friends, look after your neighbours. Wash your paws and don‘t keep patting your face.
You`ll hear from us

Das Freitagskafe bleibt zu! We are closed today!

Das Freitagskafe bleibt heute zu.
Wir halten euch auf dem Laufenden wie es in den nächsten Wochen weiter geht.

The Freitagskafe is closed today. We will keep you informed about our events in the upcoming weeks.

Fr. 06.03. Kein Gott, kein Staat, kein Ehemann! Feminist Zine Workshop und Punk-Aufgelege

Dj Hass Oma lädt zum Tanz mit Punk, Wave und Ähnlichem.
Raum 2: 80er Pogo Punk Party

Ab 20 Uhr: Feminist Fanzine Workshop:

In diesem Workshop lernt ihr, wie ihr euer eigenes Zine herstellen könnt! Die kleinen DIY-Hefte sind vor allem durch die Punk- und Riot Grrrl-Bewegung bekannt, beschäftigen sich aber mit vielfältigen Themen. Alle Materialien werden bereitgestellt, ihr müsst nur eure Ideen (und im besten Falle noch unendliche, übergalaktische Kreativität) mitbringen.
Du hast Fotos, Bilder, Texte, Schnipsel, etc. die du gerne verarbeiten möchtest? Bring sie mit! Oder komm einfach so vorbei und mach spontan etwas. Wir schreiben, kleben und schneiden ab 20 Uhr im Kafe eures Vertrauens. Es werden auch einige Zines ausliegen, in denen ihr schmökern und euch inspirieren lassen könnt. Von und mit Julia Koschler

Do. 05.03. Antifa-Café

Mythos Bleiburg

Eines der größten extrem rechten Treffen Europas findet immer noch vergleichsweise wenig Beachtung. Seit Jahren zieht das geschichtsrevisionistische Treffen in Bleiburg/Pliberk tausende Teilnehmer*innen auf das Loibacher Feld/Libuško polje bei Bleiburg/Pliberk. Organisiert vom „Bleiburger Ehrenzug“ und aktuell unter der Schirmherrschaft des kroatischen Parlaments versammeln sich dort Reaktionäre aller Couleur: Faschist*innen, (Neo-)Nazis, Konservative, eine sich nicht distanzierende Kirche und kroatische Politiker*innen gedenken gefallenen Kämpfern der faschistischen Ustaša. Das Ustaša-Treffen wird heuer am 16. Mai stattfinden, 40.000 Personen werden zum „Jubiläum“ erwartet (1945-2020).
Seit 2016 beobachtet der @AK Bleiburg/Pliberk systematisch die politischen und rechtlichen Entwicklungen rund um das Treffen. Ziel ist es, möglichst umfangreich über dieses Treffen aufzuklären, es in seinem größeren Kontext zu beleuchten und seine Protagonist_innen offen zu benennen. Daraus ist letztes Jahr eine Broschüre entstanden, welche der AK Bleiburg/Pliberk vorstellen und diskutieren will.
Danach wird die Plattform Radikale Linke mit einem kurzen Beitrag versuchen zwischen dem Faschismus in Kärnten und dem Faschismus in Kroatien eine Brücke zu schlagen. Zusätzlich wird es einen Bericht zur Gegendemonstration 2019 geben und Informationen zu den Plänen im Jahr 2020.

Offen ab 20 Uhr / Vortrag um 21 Uhr

Fr. 28.02. Кальк + Paulinchen Brennt + Scemo

Кальк (feminist Synthiescreamo, Kiel)
Wütender Hardcore-Punk begleitet von einem epischem Synth.

Paulinchen Brennt (Screamo, Nbg/Leipzig)
Zwischen Noise, Post Rock und Math-Core. Und Minz und Maunz, die Katzen, Erheben ihre Tatzen.

Scemo (Hardcorepunk, Mailand)
Knackiger Hardcorepunk aus Italien

Offen ab 20 Uhr

So. 23.02. ARXX + Klotzs

Gemeinsam mit dem Mittwochskafe lädt Stattpark Olga heute zu einem Konzert ins Kafe Marat:

The ARXX (Garage, Brighton)
„ARXX macht die Dinge nicht zu kompliziert. Das Duo – Sängerin und Gitarristin Hannah Pidduck und Schlagzeugerin Clara Townsend – hat ein Händchen für knallharte Riffs und trockene Texte.“

Klotzs (Punk, Siegen)
„Musikalisch haben KLOTZS ihren, von der unglaublichen Soundbreite einer Baritongitarre geprägten Mix aus Postrock, Noise und Punk mit Emokante bis auf’s I-Tüpfelchen verfeinert. Unglaublich, was die beiden aus einer Gitarre, Schlagzeug und einigen Effekten für eine Klanggewalt erschaffen.“

Offen ab 20 Uhr

Fr. 21.02. Solikonzert für das Schall*Raum Kollektiv

Soli für selbstverwaltete Proberäume in dieser Stadt.

Einen Proberaum in München zu finden gleicht einer Tragödie und wenn endlich einer gefunden ist, ist er entweder super teuer oder eher eine Abstellkammer.

Das schall*raum Kollektiv wird sich jetzt selber darum kümmern. Gerade sind sie dabei eine Genossenschaft zu gründen und parallel auf der Suche nach dem passenden Raum. Mehr erfahrt ihr am Freitag, außerdem erwarten euch:

Rötten Shock (Corazon Anarchopunk, München)
Pako, Laura und Dejan glänzen mit schnellen Drums, energischen Riffs und wütendem Gesang.

Brettern (Lofi-Noisepunk, München)
Früh-80er Postpunk in falschen Farben, schonmal Death-Rock-Platten gehört und dabei DIY-Punk geblieben.

Furiosa (Punkrock, München)
Ganz neue Band mit ganz besonders exquisiter Besetzung.

A Winter’s Heir (Singer/Songwriterin, München)
Smoother, kühler Sound, ohne an Wärme einzubüßen.

Zu essen gibt’s Tapas!
Offen ab 20 Uhr

Do. 20.02. Buchvorstellung: Antifaschistische Pädagogik

Der Aufstieg der Neuen Rechten stellt auch ein Problem für die politische Bildung dar. Für die Pädagogik ist er zugleich eine neue Herausforderung: Rassistische bis hin zu offen faschistischen Positionen werden wieder vertreten.

„Als theoretische Grundlage werden in einzelnen Kapiteln des Buches die Autoritarismusstudien der ‚Frankfurter Schule‘, kritische Bildungstheorien, materialistische Pädagogik sowie Ungleichwertigkeitsideologien in der Migrationsgesellschaft thematisiert. Weitere Texte widmen sich der NS-Pädagogik, der Entwicklung und Rolle politischer Bildung im Umgang mit der NS-Zeit sowie der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. Auch mit der Praxis politischer Bildungsarbeit […], wird sich in einzelnen Beiträgen auseinandergesetzt“ (Rezension: Lotta #74).

Der Vortrag greift Texte und Themen aus dem Sammelband auf und stellt diese vor.

Für veganes Essen und kalte Getränke ist gesorgt.

Offen ab 20 Uhr

Mi. 19.02. Der große Konsolenabend

Mittwochskafe präsentiert: \“Der große Konsolenabend\“

Wir schleppen eine Ansammlung alter, älterer und halbwegs aktueller Konsolen nebst Beamer und Bildschirmen an. Wer ein eigenes Gerät beisteuern will, kann das gerne mitnehmen. Dazu gibt’s selber gemachten Eistee, aber gekocht wird von uns nix. Stattdessen rufen wir alle gemeinsam um 21.00 beim Pizzaservice an, weil’s chilliger ist.