Beiträge von freitagskafe

Sa. 22.6. Non-Citizen Demonstration

„Nach mehr als fünfzehn Monaten des Zorns und Frustration derer die von der bürgerlichen Gesellschaft ignoriert und vergessen wurden – Hier sind wir.
Wir, die Asylsuchenden in den kapitalistischen Gesellschaften Europas, positionieren uns als Non-Citizens: Non-Citizens die in Ungleichheit zu Citizens und außerhalb von Europas auf Staatsbürger_innenschaft basierenden Gesellschaftsstrukturen leben müssen.“
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Fr. 21.6.: Los Disckolos + Volxverätzung


Los Disckolos

Vielseitiger Punkrock aus Buenos Aires, Argentinien.

Volxverätzung
Rücksichtsloser HC-Punk aus Bayern.

GEMEINT SIND WIR ALLE!

Rechte und rassistische Aktivitäten nehmen zu
– Angriffe auf eine offene Gesellschaft!



In den letzten Wochen und Monaten nehmen rassistische und faschistische Angriffe in Bayern zu. Die organisierte Neonazi-Szene agiert zunehmend offen und aggressiv. In München kommt es im April und Mai zu mehreren Attacken von Neonazis. So wurden die Fenster des Wohnprojekts „Ligsalz 8“ eingeworfen, Nazi-Parolen in die Fenster eingeritzt und die gesamte Fassade mit Farbbeuteln beworfen. Die Geschäftsstelle des Bayerischen Flüchtlingsrats wurde Ziel ähnlicher Angriffe. Ebenso wurden vier Fensterscheiben des Büros des Kurt-Eisner-Vereins eingeworfen. Am EineWeltHaus konnten zweimal Vermummte vertrieben werden.
Auch bayernweit nehmen rechte Angriffe zu. Unter anderem wurde im Mai in Nürnberg die Gedenktafel für die Opfer des NSU mit rechten Aufklebern beklebt und in Bamberg eine türkische Familie angegriffen und verletzt.

Solche Angriffe treffen wenige, Einzelne. Sie sind aber Angriffe auf uns alle und auf eine offene, antirassistische Gesellschaft!




Zehn Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds
– und jetzt einfach so weiter?



All das passiert vor dem Hintergrund des Prozesses gegen den NSU und seine Unterstützer_innen. Bundesweit solidarisiert sich die Neonazi-Szene offen und provokant mit den Taten des NSU. In Mainz wurde kürzlich eine künstliche Blutlache vor einer Moschee platziert, in Düren wurde der Eingang der Islamischen Gemeinde sogar mit den Worten „NSU lebt weiter und ihr werdet die nächsten Opfer sein!!!“ beschmiert. In München wurde die Kanzlei der Anwältin der Witwe eines der zehn Mordopfer mit Fäkalien attackiert.

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Fr. 14.6.: Sex Jams + A Great Volcano

Sex Jams (Punk-Pop, Wien)
Sex Jams sind einer der spannendsten Mosaiksteine des zeitgenössischen Wiener Undergrounds, der angelehnt an die junge Filmszene der 80er/90er Jahre – als „Slack-Pack“ firmiert. März 2013 präsentierten sie ihr Album „Trouble, Honey“. War ihr Sound bisher deutlich von Hardcore / Riot Grrrl geprägt, haben sie sich nun eines vergleichsweise poppigen Gewandes bedient: Blondie meets die fuzzigeren Momente von Dinosaur Jr. Ihre Live-Shows sind atemberaubende Erlebnisse, die dank der Omnipräsenz von Frontfrau Katie Trenk orgiastische Züge annehmen.

A Great Volcano (Post-Punk, Regensburg)
Post-Punk und Noise zwischen undefinierbarem Chaos und fast schon kalküler Berechenbarkeit.

Mi. 12.6.: Tombola!

In den letzten Wochen kam es in München zu einer Reihe von Naziangriffen auf antirassistische und alternative Einrichtungen. Beim Wohnprojekt Ligsalz 8 wurden (unter anderem) mehrere Scheiben zerstört und die Hauswand mit Farbbeuteln beworfen. Um die Betroffenen finanziell zu supporten veranstaltet das Mittwochskafe eine Solitombola. Es liegen schon einige tolle Preise bereit. Vielleicht habt ihr ja Lust auch noch ein paar coole Sachen beizusteuern…

Vor dem Hintergrund der Angriffe wurde übrigens eine unterstützenswerte Kampagne namens „Gemeint sind wir alle“ ins Leben gerufen. Infos dazu findet ihr hier.

Sa. 8.6.: Infoladen-Solifestchen

Am Samstag gibt’s ein Solifestchen für euren Infoladen mit veganem Grill, Solicocktails und Kickerturnier.

Do. 6.6.: Antifa-Café

Von Adorno zu Mao
Über die schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung

Jens Benicke

Nachdem 1956 sowjetische Panzer den Aufstand gegen das staatskapitalistische Regime in Ungarn niedergeschlagen haben, entsteht aus dem Protest dagegen im Westen eine „Neue Linke“, die sich explizit gegen Stalinismus und Sozialdemokratie wendet. Diese sich zuerst in den USA, Frankreich und Großbritannien entwickelnde Strömung entdeckt dabei auch die dissidenten Traditionen der ArbeiterInnen­bewegung, vom Rätekommunismus bis zum westlichen Marxismus, wieder.
Die Besonderheit der Neuen Linken in der Bundesrepublik ist dabei ihr starker Bezug auf die Kritische Theorie. Durch die antiautoritäre Studentenbewegung der Sechziger Jahre kommt diese in Deutschland zum ersten Mal praktisch zur Geltung. An Adorno, Horkheimer und Marcuse orientierte studentische Theoretiker wie Hans-Jürgen Krahl, Frank Bökelmann u. a. schaffen es Mitte der sechziger Jahre kurzzeitig im heterogen „Sozialistischen Deutschen Studentenbund“ (SDS) die Oberhand zu gewinnen und die dort ebenfalls stark vertretene traditionslinke Strömung zurück­zu­drängen.
Doch dieser erfreuliche Zustand ist nur von kurzer Dauer, denn schon auf dem Höhepunkt der studentischen Proteste entstehen aus der antiautoritären Bewegung heraus neoleninistische Strömungen, die die Kritische Theorie als vermeintlich „kleinbürgerlich“ zurückweisen. Diese Entwicklung fällt zeitlich zusammen mit einer­seits erkennbaren Niederlagen der Bewegung, so verabschiedet etwa der Bundestag die Notstandsgesetze und andererseits einer deutlichen personellen Ausweitung der Proteste. Die bis dato überschaubare antiautoritären Gruppen stoßen erkennbar an ihren Grenzen. Die folgende „schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung“ und die Konstitution der mao-stalinistischen K-Gruppen bedeutet dann die endgültige Abkehr eines großen Teils der Protestbewegung von der Kritischen Theorie und den von ihnen selbst bis vor kurzen vertretenen Positionen. Aus der antiautoritären Bewegung entwickeln sich autoritäre Kaderorganisationen, die sämtliche emanzipatorischen Errungenschaften der Revolte in ihr Gegenteil verkehren.

Offen ab 20 Uhr.

Fr. 24.5. Ruidosa Inmundicia + Pig//Control + Mültüte + Bi-Marks

Aus Anlass des hochgradig unrunden 23. Geburtstags des kleinen Labels HeartFirst Records gibt es eine Party mit Bands des Labels und Freunden. Folgende Bands werden dazu am Freitag, 24.5.2013 im Kafe Marat zu München zum Tanze aufspielen:


Ruidosa Inmundicia
(Santiago de Wien)
Die Wiener sind eine der besten Punk-Livebands zurzeit. Atemloser, schneller Hardcore Punk mit manischem spanischem Gesang. Zwischen einer Australientour mit Ihrer finnischen Schwesterband SOTATILA und einer USA-Tour im Spätsommer 2013 kommen sie im Marat vorbei.

Pig / / Control (Berlin)
Ex-Mitglieder von BOMBENMAN, FAMILY ALARM, GEVITTERATOM und A BRAIN OF BITDEAD spielen wütenden, rückkopplungsgeladenen Hardcore-Punk. Die Band hat sogar Mitglieder, die in Berlin geboren wurden.

Mülltüte (Berlin)
Raue Hardcore-Punk-Ripper mit sehr guten deutschen Texten, ohne dass es vom Stil her Deutschpunk ™ wäre. Die Band wird auch in USA von einigen Leuten abgefeiert, die sogar soweit gingen, MÜLLTÜTE als die „beste deutsche Band der letzten 20 Jahre“ oder sogar „seit den frühen 80ern“ zu bezeichnen. Nun, Amis sind manchmal komisch, aber MÜLLTÜTE sind trotzdem toll.

und als special guests:

Bi-Marks (Portland)
Mitglieder der Bands NERVESKADE und BOG PEOPLE gründeten die Band, um arschtretenden Hardcore RocknRoll in Richtung ADOLESCENTS, ZERO BOYS, SICK PLEASURE, WILLFUL NEGLECT, MOTORHEAD und ANNIHILATION TIME, sogar mit einer Prise BLACK SABBATH drin, zu spielen.

Nuclear Cult aus Berlin mussten aus gesundheitlichen Gründen leider passen.

Mi. 22.5. Vortrag zu Solingen

Am 29. Mai 1993 verübten vier junge Männer einen Brandanschlag auf das Haus der Familie Genç. Gürsün Ince, Hatice Genç, Gülüstan Öztürk, Hülya Genç und Saime Genç starben in den Flammen bzw. beim Sprung aus dem Fenster, weitere Familienmitglieder wurden teilweise schwer verletzt. Drei Tage zuvor hatte der Deutsche Bundestag mit der Einführung der sogenannten Drittstaatenregelung das Grundrecht auf Asyl in Deutschland faktisch abgeschafft. Beide Ereignisse jähren sich im Mai 2013 zum 20. Mal.
Aus diesem Anlass wird es am 25. Mai eine große antirassistische und antifaschistische Demonstration in Solingen geben. Im Mittwochskafe am 22. Mai findet eine Infoveranstaltung zur Demo statt.

Im Anschluss zeigen wir den Film „The truth lies in Rostock“, der sich mit dem rassistischem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen beschäftigt.

Sa. 18.5. Fünf Jahre Antisexistisches Aktionsbündnis München

Das Antisexistische Aktionsbündnis München feiert 5-jähriges Bestehen, mit Workshop, Vortrag, Konzert und Party.

Los geht’s um 15 Uhr mit einem etwa 90 minütigen Workshop zum Verhältnis von Sexismus und Sexualität.
Um 17 Uhr setzt sich ein Vortrag mit Männlichkeitskonstruktionen (und Subversion) in der HC/Punk-Szene auseinander.
Gegen 20 Uhr startet dann das Abendprogramm mit:

RESPECT MY FIST (Grrrl Punk / Berlin)
Punk statt Postgender, Agitation statt Arbeit, Radikal statt Rassismus: Respect My Fist aus Berlin stellen sich gegen Herrschaft, Normen und den alltäglichen Gesellschaftsirrsinn. Mit ordentlich Rotz unterm Rock ziehen die Sekretärinnen für feministische Propaganda durch linke Zusammenhänge und verkuppeln Katy Perry mit Manowar

ELCASSETTE (Indie / München)
Elcassette ist Maria Cincotta an Gitarre/Synthie und Elke Brams an den Drums. Die Musik ist eine unapologetische Kombination aus Indie-Rock, Riot Grrrl und experimentellem Pop, der mit elektronischen Verheerungen kollidiert.

THE PROPHETS HAD TO BE STONED (Stoner Rock / München)
Vierköpfige Stoner Rock-Band aus München.

Danach gibt’s noch Party.
Außerdem erwarten euch eine Solidruckwerkstatt für Genossinnen in russischen Knästen, veganes Essen & Getränkespecial.