Beiträge von freitagskafe

Do. 07.02. Antifa-Café

Frauen auf den Barrikaden
Petra Gerschner und Michael Backmund über Frauen in der Münchner Revolution und Räterepublik

Im April des Jahres 1919 marschierten die Truppen der Konterrevolution, rechte Freikorps und Reichswehrsoldaten auf München um die Räterepublik niederzuschlagen. Revolutionärinnen stellten sich den „weißen Garden“ in Dachau, wo die Freikorpsverbände zunächst zurückgeschlagen werden konnten, und auch in den Straßen Münchens entgegen. Wie schon bei den großen Streiks der Vorjahre, beteiligten sich Frauen aus den Münchner Arbeiter*innenvierteln massiv an Revolution und Räterepublik 1918 und 1919. Frauen wirkten im Revolutionstribunal und stritten im Rätekongress auch gegen die – in patriarchalen Mustern verhangenen – männlichen Revolutionäre.
Welche Rolle Frauen spielten, als die Rote Fahne an den Türmen der Frauenkirche wehte, werden uns Petra Gerschner und Michael Backmund erzählen. Sie hatten Ende der 80er Jahre die Gelegenheit mit Protagonistinnen der Münchner Räterevolution zu sprechen. Wir werden dabei auch Videomaterial aus den Interviews zu sehen kriegen. An diesem Abend werfen wir einen historischen Rückblick auf feministische Kämpfe in München und stimmen uns damit auf den kommenden Frauenstreik und Frauenkampftag am 8. März ein.

Beginn: 20 Uhr | Vortrag: 21 Uhr

Fr. 01.02. Johnny Campbell

Der Alt-Folk-Singer-Songwriter Johnny Campbell aus Yorkshire besucht uns im Rahmen seiner Tour. Und sonst so: Gemütlicher Kneipenabend mit gewohnt guter Musik aus der Konserve, leckerem veganem Essen und günstigen Getränken. Der Eintritt ist frei, Johnny freut sich aber über eure Spenden in den Musikerhut.

Johnny Campbell (Trad-Folk, Yorkshire)
„A fast, ruthless, uncompromising sound which lends its influences from far and wide. Johnny is also a humorous storyteller and recalls stories of touring from twenty countries and counting where he’s plied his trade. Embracing traditional music from Europe and sometimes frantic Bluegrass style picking, Johnny performs mostly self penned inspiring songs of protest, migration and debauchery.“

Offen ab 20 Uhr

Mi. 30.01. Infoabend zur solidarischen Landwirtschaft Donihof

Die Solidarische Landwirtschaft am Donihof sucht für das kommende Erntejahr ab März 2019 weitere Beteiligungen.

Als Solawi am Donihof haben wir 2016 begonnen, einen kleinbäuerlichen Betrieb in Mammendorf (zwischen Augsburg und München) nach den Prinzipien der solidarischen Landwirtschaft wiederzubeleben. Wir sind eine Gruppe aus momentan rund 40 Ernteanteilen und streben ab dem kommenden Erntejahr eine Erweiterung auf 50 Anteile an. Die Produktion von ökologischem Gemüse, Obst und Kräutern wird gemeinsam organisiert und finanziert – auch Risiken werden zusammen getragen. Grundsätzliche Entscheidungen treffen wir gemeinsam auf regelmässigen Mitgliederversammlungen. Wöchentlich versorgt uns das Hof-Team mit der Ernte, die bedarfsgerecht und solidarisch aufgeteilt wird.

Mit dem Erntejahr 2019 vergrößern wir unsere gepachtete Ackerfläche auf 3,5 Hektar, das entspricht der Fläche von knapp fünf Fussballfeldern. Es steht somit genug Anbaufläche für rund 50 Ernteanteile (etwa ausreichend für je zwei bis drei Personen) zur Verfügung. Das gibt auch Dir die Möglichkeit, bei uns mitzumachen! Wir sind mit unserem Projekt auf einem guten Weg, aus dem Acker ein landwirtschaftlich genutztes ökologisch wertvolles und lebendiges Biotop mit Obstbäumen, Wildhecken und Blühflächen zu formen. Als nachhaltige und sinnvolle Unterstützung der Handarbeit und Alternative zum Traktor werden auf dem Acker auch unsere Großesel mitarbeiten.

Offen ab 20 Uhr

Fr. 25.01. Funk & So(u)lidarity

Am 25. Januar laden wir zur Funk and Soul Party. Neben guter Musik (Bob von Bob&Al) gibt es leckeres veganes Essen und günstige Getränke. Die Einnahmen sollen die Kampagne „Solidarität sichtbar machen“ supporten. Kommt vorbei und feiert mit uns für den guten Zweck!

Offen ab 20 Uhr

Sa. 19.1. Escape Söder

Am 19. Januar lädt NIKA-Bayern zur Soli-Party im Kafe Marat.

Mit Vortrag: what the PAG?! Die Neufassung des Polizeiaufgabengesetzes und die autoritäre Formierung (Sebastian Färber/ Pascal Neuert)

Live:

LMF – Refpolk & Ben Dana (Hiphop, Berlin/Bremen)
LMF steht für “Le Monde Est En Flammes” (Die Welt Brennt). Das Hip-Hop-Projekt mit Texten auf Französisch und Deutsch besteht aus den Rappern Ben Dana aus Bremen und Refpolk aus Berlin. Ziel ist es, Aktivismus und Hip Hop zu verbinden. LMF schreiben nicht nur politische Songs, sondern sind in einer Bewegung aktiv, die auf Solidarität und Selbstorganisierung setzt. Neben ihrer Musik sind sie Teil des Projekts In.Flammen, das zurzeit ein politisches Hip-Hop-Netzwerk zwischen Griechenland und Deutschland aufbaut. Die Musik von LMF ist Widerstand und Angriff, um die Utopie zu leben.

Nkalis (Alternative RNB)
Indie-Rap.

Aufgelege, gutem Essen undundund

NIKA steht kurz für „Nationalismus ist keine Alternative“. NIKA Bayern ist eine Mitmachkampagne gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck und die Akteure, die ihn vorantreiben.

Offen ab 20 Uhr

Do. 17.01. Rechter Schauplatz Oberbayern. Damals wie heute

(Vortrag von Max van Beveren)

Der oberbayerische Raum spielte für die nationalsozialistische Bewegung eine entscheidende Rolle. So stellte sich diese Gegend und insbesondere München nach dem Ersten Weltkrieg schnell als Ausgangspunkt der Reaktion gegen das „rote Berlin“ heraus. Nicht ohne Grund wurde Bayern im Allgemeinen schon in den frühen 1920er Jahren als „Ordnungszelle“ und München im Speziellen als „Hauptstadt der Bewegung“ bezeichnet. Denn hier gründeten sich, teils schon vor dem Krieg zahlreiche völkische und antisemitische Organisationen, wie die Thule-Gesellschaft und die NSDAP. Freikorpseinheiten schlugen Räterepubliken blutig nieder. Hitler unternahm 1923 mit Anhängern einen Putschversuch. Die NSDAP hielt erste Massenveranstaltungen und Straßenumzüge ab.

Oftmals wird versucht diese Zeit als vergangen und damit als abgeschlossen zu betrachten, dabei überdauern die Auswirkungen auf verschiedene Arten bis heute. Eine Art dieses Überdauerns spiegelt sich in Denkmälern und rechten Gedenkveranstaltungen wider. In Oberbayern sind sicherlich die Ehrungen und Feiern für das Freikorps Oberland in Schliersee, sowie für die Verbrecher der Gebirgsjäger in Mittenwald und Bad Reichenhall zu nennen. Gemeinsam singt man das Lied „Der gute Kamerad“ oder, wie in Schliersee, die Erste Strophe des Deutschlandliedes, während mancher alte Kämpfer noch das Hakenkreuz mit sich trug. Distanzierungen von Kriegsverbrechen oder Verwicklungen in den Nationalsozialismus finden dabei bis heute nicht statt.

Recherchen der vergangenen zwei Jahre haben jedoch gezeigt, dass es zahlreiche weitere Tafeln und Denkmäler gibt, die ganz offen Freikorpsverbände, NS-Funktionäre und militärische Einheiten des Dritten Reiches ehren, die mitunter an Kriegsverbrechen beteiligt waren und eine wichtige Rolle für die nationalsozialistische Bewegung und ihre Propaganda spielten . Manche dieser Gedenkstätten gelten bis heute als Anziehungsort für völkische und neonazistische Gruppierungen, darunter die „Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland“, die „Burschenschaft Danubia“, sowie die neofaschistischen Kleinstparteien „Der III. Weg“ und „Die Rechte“.

Im Vortrag „Rechter Schauplatz Oberbayern. Damals wie heute“ soll auf diese Kontinuitäten und Traditionen anhand einer Reihe von Denkmälern und rechter Feiern genauer eingegangen werden. Dabei soll stets Bezug auf Plätze und Phasen des historischen Nationalsozialismus im oberbayerischen Raum genommen werden.

Offen ab 20 Uhr

Fr. 11.1. Frana + Triggercut + Brettern

Frana (Noisepunk, Mailand)
Noisy Post-Punk aus Italien.

Triggercut (Stuttgart/München)
Three piece Noisy Art Punk

Brettern (Postpunk, München)
LoFi Postpunk aus München.

Offen ab 20 Uhr

Do. 10.01. Vortrag: Unversöhnlich gegen Kaltland

[das schweigen durchbrechen]

Die politische Situation in Deutschland hat sich auf unterschiedlichen Ebenen massiv verschlechtert. Der Zusammenschluss zwischen konservativer Mitte und organisierten Neonazis hat sich erfolgreich neu formiert. In Orten wie Chemnitz, Köthen, Wurzen, Cottbus spitzt sich en masse zu, was in Form von Bedrohungen, Angriffen, Anschlägen bundesweit auf der Tagesordnung steht. Linke Antworten fallen unterschiedlich aus: Ein Teil der radikalen Linken sucht unter Bannern wie „XY ist bunt“ und „wirsindmehr“ den Schulterschluss mit bürgerlichen Initiativen und hebt die Wichtigkeit einer Kooperation mit Locals hervor. Das bundesweite Bündnis „Irgendwo in Deutschland“, das sich vor zwei Jahren gegründet hat, verfolgt eine andere Strategie. Es will auf die Mobilmachung des rassistischen Mobs mit unversöhnlichen Interventionen reagieren. Das bedeutet: Den völkischen Rassismus ohne entschuldigende Erklärungen anzuprangern. Ansprechpartner*innen vor Ort sind vor allem lokale Antifa-Strukturen, nicht die Bevölkerung per se. Ausgehend von einem kurzen Input wird der Ansatz zur Diskussion gestellt. [das schweigen durchbrechen] aus Nürnberg ist u.a. Teil von „Irgendwo in Deutschland“

Offen ab 20:00 Uhr, Vortrag beginnt um 21:00 Uhr.

Für Essen und kühle Getränke wird gesorgt.

Mi. 09.01. female* empowerment in music

Vortrag mit Carmen Westermeier (Trouble in Paradise/Nürnberg)

„Was willst du denn auf der Bühne?“ „Ich kann das doch nicht!“ „Ich würde ja Frauen buchen, aber es gibt einfach keine!“

Seit 2014 arbeitet Carmen zusammen mit dem Kollektiv Trouble in Paradise an einer weiblichen* Utopie in der clubbing szene.
Bei ihrem Vortrag versucht sie euch ihre Ideen zur weiblichen* Sichtbarkeit und Selbstermächtigung in der Musik näher zu bringen. Stellt die Arbeit in Ihrem Kollektiv vor und spricht über viele weitere Gruppierungen, Musikerinnen und DJs in ganz Deutschland, die sich für Gleichberechtigung in Musik und Clubbing einsetzen.

Offen ab 20 Uhr / Vortrag 21 Uhr

Do. 03.01. Antifa-Café

Geschichte, Ideologien und Strukturen der „Neuen Rechten“

mit Robert Andreasch

Viele sind derzeit ja regelrecht fasziniert von Denen, die sich selber als „Neue Rechte“ beschreiben oder von Dritten so bezeichnet werden. Sei es von der „Identitären Bewegung“ („Jung, hip, rechtsextrem“, Hannoversche Allgemeine), von Martin Sellner („Martin Sellner hört Hip Hop und hasst den Islam“, zeit.de), Götz Kubitschek („Der dunkle Ritter Götz“, Der Spiegel), Caroline Sommerfeld („A Very German Love Story: When Old Left and Far Right Share a Bedroom“, The New York Times) oder von der „Konservativen Revolution“ (Alexander Dobrindt) sowie der vorgeblichen Intellektualität am rechten Rand („Die schreiben Artikel auf einem Niveau, bei dem man erst mal ins Schleudern kommt“; Buchhandlung Lehmkuhl).

Doch ist das mit dem Faschismus echt so kompliziert? Insbesondere für Einsteiger_innen erläutert Robert Andreasch kompakt die lange Geschichte der „Neuen Rechten“ und ihre Akteur_innen und gibt einen Einblick in ihre rassistischen und nationalistischen Ideologien, ihre Mythen, Begriffe und Strategien.

Robert Andreasch ist Mitarbeiter der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.) und arbeitet als Autor, Journalist und Sachverständiger zur radikalen Rechten in Süddeutschland.

Beginn 20 Uhr | Vortrag 21 Uhr