Beiträge von mittwochskafe

Mi. 21.3. Vortrag zur Kampagne gegen Abschiebungen nach Afghanistan

English Version below:

Seit Dezember 2016 finden monatlich Abschiebungen von Deutschland nach Afghanistan statt. In Sammelchartern werden afghanische Geflüchtete in ein Land zurückgeschickt, in dem Terror, Krieg und Verelendung herrscht. Obwohl die Situation in Afghanistan bekannt ist, wird Afghanistan als sicheres Land propagiert und benutzt, um politisch unter Beweis zu stellen, dass Abschiebungen knallhart durchgesetzt werden können – vor allem in Bayern. Nicht scheu, sich populistischer Argumentation zu bedienen, wird dabei verkündet, dass „nur“ Straftäter, Gefährder und Identitätsverweigerer nach Afghanistan abgeschoben würden.

In München wurde ein Bündnis gegen die Abschiebungen nach Afghanistan gegründet, das sich regelmäßig trifft und bisher zu allen Sammelabschiebungen Protestaktionen in München organisiert hat.

Wir würden gerne mit Euch über künftige Aktionen des Bündnisses sprechen und von der Situation in Afghanistan, der Lage für afghanische Geflüchtete hier und den Bedingungen im bayerischen Abschiebegefängnis in Eichstätt berichten.


English :

Since December 2016 there have been monthly deportations from Germany to Afghanistan. In collective charters, Afghan refugees are sent back to a country where terror, war and impoverishment reign. Although the situation in Afghanistan is well known, Afghanistan is being promoted and used as a safe country to prove politically that deportations can be enforced harshly – especially in Bavaria. It is not shy of using populist argumentation that“only“ criminals, perpetrators of danger and deniers of identity would be deported to Afghanistan.

An alliance against the deportations to Afghanistan was formed in Munich, which meets regularly and has so far organised protest actions in Munich against all collective deportations.

We would like to talk to you about future actions of the Alliance and report about the situation in Afghanistan, the situation for Afghan refugees here and the conditions in the Bavarian deportation prison in Eichstätt.

Sa. 17.03. Gefängnisindustrie – Sklaverei 3.0 am Beispiel USA mit Ausblick auf BRD

Im Dezember 2017 jährte sich zum 36. Mal die Inhaftierung des ehemaligen Black Panthers und afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal. Der Kampf um seine Freiheit steht auch für 36 Jahre Kampf gegen rassistische Polizeigewalt, politische Repression, die Todesstrafe sowie die Masseninhaftierung in den USA. Der Kampf um Mumias Freiheit dreht sich im Kern um die Überwindung der nie beendeten Sklaverei, die ihre moderne Form in der Gefängnisindustrie des Landes ausübt.

In den vergangenen Jahren wurde viel erreicht: Mumias Todesstrafe konnte endgültig abgewendet werden. Für ihn und Hunderte anderer Gefangener im US Bundesstaat Pennsylvania konnte medizinische Versorgung gegen Hepatitis-C durchgesetzt werden. Aktuell kämpft Mumia zusammen mit der Bewegung für die Wiederaufnahme seines manipulierten Verfahrens, das 1982 zu seiner Verurteilung führte. Im besonderen Fokus liegen dabei momentan Akten der Staatsanwaltschaft, die seiner Verteidigung vorenthalten werden.

Anlässlich des Internationalen Tags der politischen Gefangenen am 18. März organisiert die Rote Hilfe München e. V. einen Vortrag mit einem Referenten des Bündnisses FREE MUMIA Berlin zum Thema „Gefängnisindustrie – Sklaverei 3.0 – am Beispiel USA mit Ausblick auf die BRD“. Der Vortrag beleuchtet die Hintergründe und Dimensionen des Falls und geht auf den medialen Diskurs sowie den Einfluss auf die Rechtsentwicklung in den USA ein. Er gibt außerdem einen Überblick über Zwangsarbeit vor der NS-Zeit, die Shoa, den Vernichtungskrieg und Zwangsarbeit sowie einen Einblick in die Gefängnisindustrie in der BRD.

Der 18. März erinnert an den Aufstand der Pariser Kommune im Jahr 1871, aber auch an ihre Zerschlagung und die folgende Repression. Die Reaktion übte nach ihrem Sieg an den Kommunard*innen blutige Rache. Mehr als 20.000 Männer und Frauen* wurden getötet, mehr als 13.000 zu meist lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Und doch bleibt die Geschichte der Kommune im Gedächtnis der sozialistischen, kommunistischen und anarchistischen Bewegung nicht in erster Linie als eine Niederlage haften, sondern lebt als die Geschichte eines Aufbruchs, der bis heute andauert und noch lange nicht an sein Ende gelangt ist, weiter. 1923 erklärte die Internationale Rote Hilfe (gegründet 1922) den 18. März zum „Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen“. Nach dem Faschismus gab es erst wieder 1996, auf Initiative von Libertad und der Roten Hilfe, einen Aktionstag für die Freiheit der politischen Gefangenen. Seitdem finden jedes Jahr Veranstaltungen und Aktionen statt.

www.18maerz.de

www.mumia-hoerbuch.de

www.rhmuc.noblogs.org

Mi. 28.02. Ghost Pony + Kamoos

Endlich wieder ein Konzert im Mittwochskafe:

Ghost Pony (Garagepop/Mudpop, Berlin)

Das Berliner Quartett spielt einen Mix aus Garage und Surf in Kombination mit verträumten Melodien – auch genannt Mud Pop. Ihre Songs zeichnen sich aus durch schlammige Gitarrenriffs und einen düsteren Gesang, der klingt wie ein weit entferntes Echo aus einer Höhle

Kamoos (Postpunk, Berlin)

Dunkel, verzerrt, laut und auf den Punkt – Kamoos geht unter die Haut. Kamoos besteht aus Mitgliedern von Voodoo Beach, Imaginary French und Juliette and the Sin und vereint damit Eckpfeiler des Rock and Roll Universums auf einer Post-Punk Nachtfahrt durch die Wüste.

Offen ist ab 20:00, das Konzert beginnt nicht vor 21:00.

Mi. 14.2. Schnulzenabend

Hohe Emotionalität garantiert!

Ein ganzer Abend und es gibt nichts anderes als Schnulzen zu hören! Das wird sehr gut. Also, all you lovers out there, all broken-hearted fools, all you Wasweißichwas: kommt ins Kafe, Schmachten und Schwofen, Knutschen und Kichern, Weinen und Wanken, Alkohol und Alliterationen.

Sa. 10.02. Black Cat Soul Club

Am Samstag steigt wieder die jährliche Soul-Party. Kommt vorbei! Ab 21 Uhr geht’s los. Keine Vokü.

Mi. 31.1. Vortrag über Titoismus

Titoismus – Theorie und Praxis des Selbstverwaltungssozialismus in Jugoslawien

Vortrag von Matthias Zwack

Jugoslawien wird heute wahrscheinlich vor allem mit gutem Essen und schönen Stränden in Verbindung gebracht. Weniger bekannt ist, dass das Land einstmals Schauplatz eines historisch einzigartigen Versuches war, einen anderen Sozialismus zu errichten. Einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“, der die Beschränkungen von Klasse, Geschlecht und Nation hinter sich lassen und auf Weltoffenheit, individuellen Freiheiten und echter sozialer und politischer Teilhabe basieren sollte. Obwohl das jugoslawische Modell – von einer durch und durch autoritären Partei von oben initiiert – durchaus widersprüchlich war, feierten es Linke in Ost und West über fast ein halbes Jahrhundert hinweg als erfolgreiche Alternative zu Kapitalismus und Staatssozialismus – bis es in einer Serie blutiger Bürgerkriege zusammenbrach.

Der Vortrag lässt dieses vergessene Kapitel in der linken Bewegungsgeschichte noch einmal Revue passieren und stellt die Frage seines Erfolgs und Scheiterns neu. Im Zentrum steht die Diskrepanz zwischen autoritären und antiautoritären Elementen, die im sozialistischen Jugoslawien nebeneinander bestanden und sich gegenseitig ergänzten. Vor diesem Hintergrund wirft der Vortrag die Frage auf, was wir aus der jugoslawischen Erfahrung für unsere heutige Theorie und Praxis mitnehmen können.

Im Anschluss gibt es eine Auswahl an jugoslawischem Punk, Postpunk, Wave und Synth-Pop der 1970er und 1980er Jahre zum Tanzen und Zuhören, aufgelegt von dem wie immer großartigen Gregor Giesing.

Offen ist ab 20.00, Vortrag beginnt 21.00.

Sa. 27.1. Chaos oder Anarchie – Konzert und Party

Soliparty gegen staatliche und gesellschaftliche Repression

mit Rötten Shock, Pirates of Suburbia, Digitalbox und Wunst

In München häufen sich derzeit die Repressionsfälle gegen anarchistisches, antifaschistisches, ja gegen beinahe jede Form von linksradikalem Engagement. Auf der Straße wird der Protest gegen rassistische, nationalistische, sexistische und andere autoritäre Organisationen durch die Cops angegriffen, die Münchner Gerichte rechtfertigen diese Angriffe später vor Gericht und kriminalisieren den Protest gegen diese.

Dabei sind diese Delegitimierungsversuche gegenüber linkem Engagement Ausdruck gesellschaftlich mehrheitsfähiger Normvorstellungen, deren Reproduktion von allen Mitgliedern der Gesellschaft erwartet wird. Egal ob Heteronormativität, Leistungszwang oder Identitätszwänge gegenüber einer „deutschen Leitkultur“, wer gegen diese Normen verstößt, muss mit Gewalt zurück in den Bereich des „Normalen“ gezwängt werden.

Weil gegen einige von uns hohe Geldstrafen verhängt wurden, benötigen wir nun Geld, um diese Menschen finanziell zu unterstützen und die Repressionskosten solidarisch auf viele Menschen zu verteilen. Deshalb kommt vorbei, feiert mit uns, trinkt Bier und andere Getränke und spendet ein wenig Geld zur Bewältigung unserer Repressionskosten.

19 Uhr: Einlass

20 Uhr: Diskussion zum Thema finanzielle Ausgrenzung in linken Räumen

Ab 21:30 Uhr: Party mit Rötten Shock, Pirates of Suburbia, Digitalbox und einem Special Guest

In Raum 2: Eine Person sammelt Spenden für seine geschlechtsangleichende OP. Kommt vorbei und trinkt Getränke für einen Guten Zweck!

Solidaritätserklärung der Nutzer des „Haus mit der Roten Fahne“

Zum reaktionären Vorstoß der CSU gegen das „Kafé Marat“

„Es war eine interessante Debatte über den Kampf gegen eine unliebsame politische Institution (…). Wir sagen klar: Um diese Institution ist es nicht schade, wir brauchen keine Kommunisten in dieser Stadt.“ (Manuel Pretzl, CSU, am 15. Februar im Münchner Stadtrat zum „Haus mit der Roten Fahne“)
Werte Nutzerinnen und Nutzer des „Kafé Marat“, mit obigen Worten krönte der CSU-Fraktionsvorsitzende (und Antragsteller gegen Euch) eine Debatte im Münchner Stadtrat, der gegen demokratische Grundrechte im Februar 2017 mehrheitlich die Liquidierung des „Haus mit der Roten Fahne“ im Münchner Westend beschloss, nachdem die Landeshauptstadt monatelang behauptet hat, das Haus müsse verschwinden, um „bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen. Danach wurde seitens der Stadt Räumungsklage gegen uns eingereicht, welche im November vor dem Landgericht verhandelt wird. Das „Haus mit der Roten Fahne“, eine seit über 40 Jahren in der Tulbeckstraße ansässige Institution der Arbeiterbewegung, soll verschwinden, weil sie einer Koalition aus CSU, SPD und offenen Faschisten ein Dorn im Auge ist. Im Zuge einer allgemeinen Mobilmachung, gerade nach der Hamburger Bürgerkriegsübung, gegen alles und jede/n, was/wer nicht in das Weltbild der CSU passt, wundert es wenig, dass auch gegen das „Kafé Marat“ vorgegangen wird – ebenfalls mit Lügen und „ordentlicher Beweisführung“, mit dem Unterschied, dass in Eurem Fall von Anfang an die politische Stoßrichtung benannt wird. Diese Leute scheinen Angst vor einer sich organisierenden antikapitalistischen und antifaschistischen Jugend zu haben. Man hätte ein wahltaktisches Manöver vermuten können, würde die selbsternannte „Sammlungsbewegung zur Rettung des Vaterlandes“ nicht schon seit 1949 das Grundgesetz sturmreif schießen. Lasst uns die Angriffe auf unsere Häuser der Kultur und der politischen Diskussion, wie auch die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit gemeinsam beantworten!
Mit solidarischen Grüßen, die Nutzer des „Haus mit der Roten Fahne“

Mo. 10.07. Konzert: Sinatra & Hector Savage

Dein Montag war, wie eh und je, so richtig lahm und öde? So richtig ermüdend und schlauchend? Arbeit ist scheisze? Geil, dann komm‘ rum und lass‘ den Frust raus! Zwei schnuckelige Kapellen versüßen dir den Start in die Woche:

Sinatra (Hardcore/Grind, Berlin)
Hardcoregeschrabbel mit nicer Grindkante aus Berlin, lässt sich gut Kopfschütteln zu!

Hector Savage (Blackend Hardcore, Köln)
Fein abgeschmeckter Blackened Hardcore aus Köln, geht gut tief rein!

Mi. 05.07. Mittwochskafe fällt aus!

Liebe Leute,

das Mittwochskafe fällt diese Woche wegen den Protesten gegen den G20-Gipfel aus!
Als Ausgehtipp für alle Daheimgebliebene empfehlen wir am Donnerstag auf den Wagenplatz zu gehen und kräftig Pizza zu verspeisen.

Bis nächste Woche!