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Do. 14.06. Biergarten und Workshop zu PAG und autoritärer Formierung

Ein Prosit der Revolution! Das C-Kafe im Juni steht ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit dem so unsympathischen Landstrich, in dem wir mehr oder weniger freiwillig leben. Gegen Bayern und begleitende Scheußlichkeiten, wie CSU, AfD und autoritäre Formierung, werden wir uns zunächst dem bayerischen Sehnsuchtsort Biergarten hingeben. Bereits ab 18 Uhr wird das Kafe aufgesperrt werden. Im Hof werden hopfenhaltige und nicht alkoholische, aber stets gekühlte Erfrischungsgetränke ausgeschenkt und dazu vegane Kulinarik (lasst euch überraschen, was darunter zu verstehen ist ;) ) gereicht. Auf Kieselsteine muss verzichtet werden, dafür gibt es Biergarten-Garnituren. Ab 21 Uhr wird es dann einen Workshop zum jüngst in Kraft getretenen Polizeiaufgabengesetz geben. Es soll diskutiert werden, wie das Gesetz in den Kontext einer autoritären Formierung eingeordnet werden kann und was das PAG mit dem gegenwärtigen Rechtsruck zu tun hat. Im Anschluss wollen wir gemeinsam erörtern, welche Möglichkeiten des Widerstandes gegen das PAG und die autoritäre Formierung bestehen.

Mi. 13.06. Vortrag: Vorsicht! Patientenverfügung.

Die Demosanitäter*innen präsentieren einen Vortrag von Michael Skambraks über sein Buch zum Thema Patientenverfügung.

Das Thema Sterben hat Sprengkraft. Es erregt die Gemüter. Es führt manche zu einem kraftvollen Engagement. Doch Engagement wofür? Warum aus tiefster ethischer Überzeugung Engagement für gegensätzliche Ziele? Es hängt viel von den Erlebnissen der einzelnen Menschen ab. Wer guten Willens ist, der wird auch mit einem anderen diskutieren können, der die gegenteilige Ansicht vertritt. Was aber ist der Hintergrund für die politische Propagierung einer bestimmten Ansicht? Und warum wird in der Propagierung der Patientenverfügungen denen, die sich wie ich für das Lebensrecht einsetzen, unterstellt, sie würden nur am sinnlosen Vegetieren verdienen? Ist da nicht ein Interesse dahinter, das verschwiegen wird? Ich habe Respekt vor jedem, der aus ethischer Überzeugung eine andere Meinung vertritt als ich. Doch fällt mir der Respekt schwerer, wenn ich sehe, daß aus unausgesprochenem wirtschaftlichem Interesse die Selbstentsorgung propagiert wird. Nun – ich sehe auch, daß es Menschen gibt, denen das Leben eine Qual ist. Aber soll ich mich deshalb für das Sterben engagieren? Ich möchte mich lieber dafür engagieren, daß das Leben wieder lebenswert wird – auch bei Krankheit und Behinderung und auch in der letzten Phase des Lebens. Wer nach reiflicher Überlegung sein Leben selbst beenden möchte, den kann ich nicht am Suizid hindern. Ich kann auch den Sterbetourismus nicht verhindern. Jeder, der sein Leben beenden lassen möchte, kann in ein Land fahren, in dem die Tötung auf Verlangen inzwischen legalisiert ist, und sich dort töten lassen. Ich kann nur aus meiner Überzeugung davor warnen. Wer die Textvorlagen für „Patientenverfügungen“ unterschreiben will, die unsere hohen Politiker empfehlen, der kann das tun. Ich will niemanden daran hindern. Ich will nur von meiner eigenen Erfahrung her davor warnen. Ich setze mich für das Lebensrecht ein in jeder Lebensphase. Jeder hat nach meiner Ansicht das Recht, so lange zu leben, wie der liebe Gott oder die Natur es zulassen. Wo es durch die Erkenntnisse der Medizin möglich ist, eine Lebensgefahr zu überwinden und länger zu leben, als es ohne die ärztliche Kunst möglich wäre, da hat auch jeder das Recht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es darf nicht hinter dem Rücken eines Patienten beschlossen werden, daß sein Leben nichts mehr wert sei und daß notwendige Hilfe unterlassen wird oder gar Maßnahmen zur Sterbebeschleunigung durchgeführt werden, welche man als angebliche Linderung des Leidens schönredet. Die verbreiteten Patientenverfügungen dürfen nicht allgemeiner Standard werden. Es muß weiterhin möglich sein, das Gegenteil des heutigen Standards zu schreiben und auf dem eigenen Lebensrecht zu bestehen.

Offen ist ab 20:00, der Vortrag beginnt um 21:00.

Do. 07.06. Antifa-Café

Werwolf Oberbayern, NSU & Co. Geschichte, Konzepte und Bedingungen rechten Terrors in Bayern
(Robert Andreasch)

Nach der Selbstenttarnung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) im November 2011 zeigten sich viele überrascht: Neonazis, die abgetaucht sind, Serienmorde, Nagelbombenanschläge und Raubüberfälle begehen? Robert Andreasch erzählt die Geschichte rechtsterroristischer Gruppierungen vor und nach dem NSU in Bayern und erinnert an deren (weitgehend vergessene) Attentate. Welche Konzepte des bewaffneten Kampfes wurden und werden in den hiesigen rechten Szenen diskutiert und umgesetzt? Welche politischen Kampagnen von rechts wurden und werden durch Anschläge begleitet und warum? Welche Konsequenzen sollten Antifaschist_innen ziehen?

Außerdem: Musik, kühle Getränke und Antifa-News. In der Küche zaubert das Kulinariat.

Beginn: 20 Uhr / Vortrag: 21 Uhr

Fr. 01.06. Kein Freitagskafe

Am Freitag bleibt zu! Es ist einiges an Alternativprogramm geboten. Guckt doch zum Beispiel im Kafe Kult vorbei.

Friday: No Freitagskafe today. Check Kafe Kult for an alternative.

Mi. 30.05. Österreich (Üb)erleben

Antirassistische und migrantische Kämpfe gegen türkisblaue Zustände

Seit Dezember 2017 hat Österreich mit türkis-blau eine Regierung, deren Mitglieder zu einem großen Teil in deutschnationalen Burschenschaften, Naziorganisationen und anderen erzreaktionären Gruppierungen politisch sozialisiert sind. Für diese Regierung ist rassistische Politik gegen Geflüchtete ebenso Programm wie neoliberale Umverteilung von unten nach oben und autoritärer Staatsumbau.

Widerstand dagegen findet statt – durch Antifa-Gruppen, aber auch in Form von Arbeitskämpfen im Bildungs- uns Sozialbereich, feministischer Organisierung und praktischen Initiativen gegen Abschiebungen. Aktivistist*innen mit eigener Migrations- und Fluchtgeschichte sind als Protagonist*innen in vielen Kämpfen präsent.

20:30 Uhr (pünktlich)

Fr. 25.05. Svffer + Lügen + Wayste


Svffer (Hardcore, Münster)
Endlich, endlich, endlich! Hardcore-, Grind-, Emoviolence-Extravaganza aus Münster und Berlin. Haut alles kaputt.


Lügen (Punk, Dortmund)
Extrem markanter, eigenständiger und sympathischer DIY-Punkrock mit tollen Texten.


Wayste (Hardcore, Leipzig)
Düsterer Hardcore trifft Aggression trifft Melodie trifft bluesähnliche Riffs… Alternative Hardcore aus Leipzig.

Außerdem: Essen und Spaß. Offen ab 20 Uhr

Mi. 23.05. Tied To A Bear + Of Mountains And Seas

Tied To A Bear (Punkrock, Boston)
Bestehend aus Musikern verschiedener Punkbands wie Landmines oder Choke Up und dem Singer, Songwriter Jeff Rowe, gründeten sich Tied To A Bear bereits 2011 und machten sich schnell einen Namen im Punkuntergrund ihrer Heimatstadt Boston. Nach Support-Touren mit Bands wie Off With Their Heads, Teenage Bottlerocket und Joe McMahon folgt nun das zweite Album der Band, das mit melodischen Punksongs à la Pennywise und The Penske File überzeugt.

Of Mountains And Seas (Punk, München)
Nach Jahren brotloser Dengelei in diversen Bands und der näher rückenden Bedrohung durch Karriere, Trauschein und Kiesauffahrt, wollen sie es noch einmal wissen. Motiviert durch ihre Helden wie Hot Water Music, Leatherface, Samiam, Social Distortion und andere betagte Rauhbeine, raffen sie sich auf und kämpfen fortan den aussichtlosen Kampf gegen ihren größten Feind!

Offen ab 20 Uhr

Do. 24.05. Queerkafe

Input und Fragerunde zum Thema Non-Binary!

,,Nicht binäre Personen gab es schon immer, aber erst seit den letzten Jahren werden wir in der LGBTIQA*-Szene gesehen und anerkannt. Trotzdem fehlt es vielen Personen einfach an Wissen über und Kontakt mit Menschen, die nicht in das binäre Geschlechtssystem passen.“

In einem kurzen Input sollen die wichtigsten Begrifflichkeiten erklärt werden und es soll darüber gesprochen werden, wie man respektvoll mit Menschen umgeht, die sich nicht im geschlechtsbinären System verorten. In der anschließenden Fragerunde könnt ihr der Vortragenden* jede (respektvolle) Frage stellen, die ihr euch sonst vielleicht nicht zu fragen trauen würdet und miteinander ins Gespräch kommen.

Offen ist ab 20 Uhr! Natürlich gibt es wie immer leckeres, veganes Essen und kaltes Gesöff.

We are here, we are queer and we ain‘t going anywhere!

Sa. 19.05. Vortrag & Party

Junge, was ist Rape Culture?
(Jana Klein)

Der Fall Tuğçe Albayrak, Julian Assange im Exil der equadorianischen Botschaft in London oder der entfesstelte Debattenmob nach der Kölner Silvesternacht – was diese medialen Ereignisse miteinander verbindet, ist die allgemeine Unfähigkeit im Öffentlichen wie im Privaten, sich dem Problem der sexuellen Gewalt wirklich angemessen, ethisch und politisch, zu stellen. Die vielfältigen Abwehrmechanismen, mit denen nicht bloß Männer auf die Konfrontation mit der Kultur sexueller Dominanz reagieren, sind nicht nur eine alltägliche Herausforderung für antisexistische Bemühungen, sondern stellen mit der hinter ihnen steckenden Psychologie auch Schnittstellen dar, anhand derer die tiefe Verwobenheit der Geschlechterhierarchie mit anderen Feldern des Ideologischen nachempfunden werden kann. Als Ideologien stellen sie banalerweise sicher, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse bleiben wie sie sind – die ihnen anhängenden kulturellen Formationen jedoch sorgen täglich dafür, dass das Leben für viele Menschen mal mehr, mal weniger stark mit der Hölle auf Erden bedroht bleibt. Geschlecht, Rassismus oder Antisemitismus sind daher immer auch sexuell.

Im Vortrag soll anhand einiger jüngerer Beispiele dieser Zusammenhang näher beleuchtet und gezeigt werden, dass das Schlagwort „Rape Culture“ zu mehr taugt als zur Klage darüber, dass in Fällen sexueller Gewalt meist den Betroffenen die (Mit)Schuld gegeben wird. Wenn die Deutschen nach Köln ihre eigenen sexuellen Unzustände (noch mehr) auf maghrebinische Männer projizieren und die Gefahr der Konsequenzen für weiße Nahfeldtäter damit faktisch verringern, ist das nur ein Beispiel dafür, wie die intersektionale Intervention in den White Feminism sehr wohl gesellschaftliche Strukturen aufzudecken imstande ist, die sich ihrem Wesen nach tendenziell der Erkenntnis entziehen. Ohne dann bei Oberflächlichkeiten wie „Diskriminierung“ oder „Macht“ stehen bleiben zu müssen, kann verstanden werden, dass die Hartnäckigkeit des Sexismus auf einen gesellschaftlichen Ist-Zustand verweist, der ohne Geschlechterhierarchie in seiner Gänze undenkbar würde.

Offen ab 20 Uhr, Beginn 21 Uhr.
Für Essen und kühle Getränke wird gesorgt.

Nach dem Vortrag findet noch eine Party mit Aufgelege statt!

Do. 17.05. Talkin `bout a revolution N°4

Wo die Liebe zu den Gesetzen im Staate ruht – Über den Zusammenhang von Weiblichkeit und Nation
Karina Korecky

Die linke Kritik an Staat und Nation glaubt oft ohne jene des Geschlechts auszukommen. Das Geschlechterverhältnis spielt keine Rolle für die Kritik am Nationalstaat selbst, sondern wird höchstens in Form eines additiven Absatzes in programmatischen Stellungnahmen aufgerufen, der ebenso gut auch weggelassen werden kann. Auf der Seite der feministischen Theorie verhält es sich nicht viel anders: wo der Staat überhaupt zum Thema wird, sind Weiblichkeit und Nation »Diskurse« oder »Strukturkategorien«, die qua analytischer Trennung nur noch äußerlich aufeinander bezogen werden können. Ihr Verhältnis wird als Kreuzungspunkt zweier Achsen, Kurven oder Wege, intersection, vorgestellt.

Demgegenüber schlage ich vor, die bürgerliche Gesellschaft als widersprüchliches Ganzes zu betrachten. Die Entstehung der Geschlechtscharaktere und jene der Nation gingen Hand in Hand, so viel ist offensichtlich. Bei Rousseau et al sind es die Frauen, in deren Händen »die Liebe zu den Gesetzen im Staate« ruht. Die Gesellschaft der Freien und Gleichen brachte und bringt in ihrem Werdegang ihr Widersprechendes hervor: die Frauen als Differente, die Nationen als bestimmte. Sie sind nicht einmal in die Welt gekommen, sondern müssen sich permanent neu reproduzieren. Ihre Entstehung setzt sich in der Dialektik der Aufklärung fort – Grund genug, den Blick auf die Anfänge bürgerlicher Gesellschaft zu richten. Daran wird sich zeigen, dass die Kritik der Nation feministisch sein sollte und umgekehrt jene von Geschlecht und Liebe nicht ohne Bezugnahme auf den gesellschaftlichen Zusammenhang, der sie hervorbringt, auskommt.

Karina Korecky studierte Soziologie und Politikwissenschaft in Wien und Hamburg und promoviert an der Universität Freiburg zu Psychiatrie & Subjektivität. Sie hält Vorträge und publiziert zu verschiedenen Aspekten feministischer Theorie. U.a. „Ob Natur oder keine. Zu Judith Butler“, in: Outside The Box #5, 2015.

Offen 20 Uhr / Beginn 21 Uhr